Katastrophen Sind Lustiger Als Erfolg



Katastrophen Sind Lustiger Als Erfolg

Interview mit Zeichnerin Anna Haifisch „Katastrophen sind lustiger als Erfolg Anna Haifisch kreiert seit Jahren das Bild einer hungernden und leidenden KĂŒnstlerin. Die Leipziger Comic-Zeichnerin erklĂ€rt ihren BohĂšme-Lifestyle. Ein Vogel als Alter Ego und eine SchĂŒssel mit Fruit Loops Illustration: Anna Haifisch taz.die tageszeitung: Frau Haifisch, seit zwei Jahren zeichnen Sie in „The Artist das Leben eines unglĂŒcklichen KĂŒnstlers. Darin gibt es viele Überschneidungen zu Ihrem eigenen Leben: Beruf, Wohnort, Bekanntschaften. Ihre Hauptfigur erscheint dem Betrachter wie ein Alter Ego. Warum ist diese Figur ausgerechnet ein Vogel? Anna Haifisch: Ich sehe ja auch ein bisschen aus wie ein Vogel. Anders als der „Artist habe ich zwar mehr als vier Haare, meine Physiognomie ist allerdings ziemlich schnabelmĂ€ĂŸig. Außerdem sind Vögel sehr fragil und kommen recht schwĂ€chlich daher. Was macht Ihr Alter Ego so schwach? Der Artist ist nicht wirklich in der Lage, mit den ...


So Gelingt Das Training An Der Schmerzgrenze

... sich hineinzuhören und auf Warnsignale des Körpers zu achten. „Wenn es in den Sehnen und Knochen wehtut, sollte man die IntensitĂ€t und den Umfang reduzieren. Das Intervalltraining zum Beispiel belaste den Bewegungsapparat zumindest beim Laufen stark. Oberhalb der anaeroben Schwelle zu trainieren, erfordere lĂ€ngere Regenerationszeiten zwischen den Einheiten, ergĂ€nzt Bayer. „Mehrmals in der Woche funktioniert das nicht mehr. Wichtig fĂŒr die Dosierung der hochintensiven Belastungen ist auch, welchen Zweck das Training hat. Wer Fußball spielt, fĂŒr den sei mehr Interv ...

So Gelingt Das Training An Der Schmerzgrenze

Herausforderungen der Kunstwelt klarzukommen. Er ist vielleicht von vornherein von recht sensibler Gestalt. Die Sachen, denen er ausgeliefert ist, schwĂ€chen ihn enorm: sein Wille nach Erfolg und sein Nicht-in-der-Lage-Sein, dieses BedĂŒrfnis auch nur halbwegs zu bedienen. Der Mythos lautet, dass große Kunst nur entstehen kann, wenn der KĂŒnstler leidet. Ja, ja, der bittere Geschmack der Armut. Ich finde das fragwĂŒrdig. Dieses altvĂ€terliche Denken, dass Kunst nur aus Leid kommt, dass man selber etwas durchmachen muss, um es zeichnen zu können. Diese Idee bediene ich mit meiner Figur natĂŒrlich total. Ich spiele damit. Vor allem, weil Desaster und Katastrophen einfach lustiger sind als stĂ€ndiger Erfolg. Die Geschichte wĂ€re dann vielleicht auch nicht so stark. Man muss als KĂŒnstler aber nicht leiden. Und wenn Sie auf Ihr eigenes Leben schauen? Ich bin nicht reich, aber ich lebe schon einen kleinen BohĂšme-Lifestyle. Ich kann aufstehen, wann ich will, und arbeiten, wann ...


Augsburger Allgemeine

... Strandsauna, in Hooksiel am Jadebusen. Mitten auf dem Strand steht ein umgebauter Zirkuswagen mit freiem Blick aufs Meer. Die Inhaber laden ein im Holzwagen zu schwitzen, wĂ€hrend draußen die Wellen rauschen . Bei Flut lockt nach der Sauna die AbkĂŒhlung im wohl grĂ¶ĂŸten Tauchbecken der Welt – der Nordsee . Einen gesonderten Ruhewagen gibt es ebenfalls. Norderney, sagen die Borkum-Fans, sei nicht so entspannend. Wegen einer Bar voller Ballermanntouris direkt an der Strandsauna. Die StammgĂ€ste der Thalasso-Insel Norderney, mitten im Unesco-Welterbe Wattenmeer, dĂŒrften das ...

Augsburger Allgemeine

ich will. Das ist doch relativ luxuriös. Anna Haifisch Foto: Jay Gard 1986 in Leipzig geboren, schreibt und zeichnet seit 2015 fĂŒr Vice die wöchentliche Comicserie „The Artist . Gesammelt und gedruckt ist die Reihe in zwei BĂ€nden bei Reprodukt erschienen. Was braucht es statt des Leids, um es auf dem Kunstmarkt zu schaffen? Eigentlich bin ich ja eher Beobachterin als wirklich Teil des Kunstmarkts. Es gibt immer mal Ausstellungen, wo meine Arbeiten auftauchen. Das liegt aber nur daran, dass Comics gerade en vogue sind. Um die Frage zu beantworten: Ein bisschen GlĂŒck gehört immer dazu und jede Menge Zeit, wĂŒrde ich sagen. Und vermögende Eltern? Und vermögende Eltern! Oder zumindest einen Vorschuss. (lacht) Also tatsĂ€chlich irgendetwas, das einem die Zeit gibt, um Arbeiten zu produzieren. Wie ist es mit Ihren Eltern? Wie stehen die zu Ihrer Berufswahl? Die sind ganz zufrieden, haben jedoch eigentlich nichts mit Kunst zu tun. Mein Vater ist in der Krankenpflege, und ...


Große SprĂŒnge FĂŒr Den Körper

... nzusteigen und diese dann jeweils eine bestimmte Zeit durchzufĂŒhren, zum Beispiel eine Minute lang. Jede Übung lĂ€sst sich dann zwei- bis dreimal wiederholen. Nach den Übungen sollte man den Körper ausschwingen und zur Ruhe kommen lassen. Achtung beim Abgang: Das Trampolin sollte man nicht mit einem Sprung verlassen, um die Gelenke zu schonen und Verletzungen vorzubeugen. Außerdem sollte man sofort aufhören, wenn SchwindelgefĂŒhle auftreten. Mit Musik macht es besonders Spaß Die 18-jĂ€hrige Zoe BrĂ€uninger zeigt fĂŒr K!ar.Text sechs Übungen, die ...

Große SprĂŒnge FĂŒr Den Körper

meine Mutter arbeitet beim Augenarzt, also auch ein Pflegeberuf. Die sind Beobachter, wohlwollende Beobachter. Wahrscheinlich gibt es niemanden, der meinen Namen so hĂ€ufig googlet wie die beiden. Der Artist besucht in einer Geschichte seine Familie und fĂ€llt in Ohnmacht, weil Eltern seinen Tumblr-Account lesen und ein Bild von ihm fĂŒr ihr renoviertes Bad wollen. Ist Ihnen das Interesse ihrer Eltern peinlich? Die taz im Neuland ‱ Seit Anfang 2016 widmen wir wöchentlich zwei taz-Zeitungsseiten dem Ausprobieren neuer Formate bzw. stellen diese Seiten jungen Autor*innen als Spielwiese zur VerfĂŒgung. Da diese Seiten exklusiv im Ostteil der Republik erscheinen (Berlin ausgenommen), haben wir das Berichtsgebiet auf die sog. „neuen LĂ€nder konzentriert. Mittwochs und freitags erscheinen also Geschichten aus dem „Neuland . ‱ Nun ist ein weiterer Spielplatz eröffnet, ein weiteres Projekt der „Zukunftswerkstatt der taz. Jeden Freitag erscheint ab sofort statt der ...


So Kannst Du Trotzdem Weiter Gucken

... kannst Privatsender dann nur noch schauen, wenn du bei freenet TV Guthaben von 5,75 Euro pro Monat kaufst. Die Freenet-Pakete (jeweils fĂŒr ein Jahr) bekommst du im Internet sowie im Fach- und Supermarkt an der Kasse. Du brauchst - wie beim Prepaid-Handy - lediglich die GerĂ€tenummer des Receivers. DarĂŒber kannst du dein Guthaben zuordnen und „aufladen . ErklĂ€rfilm: Das musst du zur DVB-T-Umstellung wissen DVB-T2: Prepaid-Abo besorgen, Bezahlen - Lohnt sich das? Es gibt Alternativen zu DVB-T2 HD. Doch die sind zum Teil deutlich teurer als 5,75 Euro. Ein Kabelansch ...

So Kannst Du Trotzdem Weiter Gucken

Neuland-Seite eine eigene Seite fĂŒr Leipzig, die taz.leipzig: geplant, produziert und geschrieben von jungen Journalist*innen vor Ort. ‱ Sie haben Anregungen, Kritik oder WĂŒnsche an die Zukunftswerkstatt der taz? Schreiben Sie an: [email protected]_link_ ‱ Das Team der taz.leipzig erreichen sie unter [email protected]_link_ Nö. Es wĂ€re natĂŒrlich ungĂŒnstig, wenn sie meine Arbeiten verachten oder nicht verstehen wĂŒrden. Ansonsten bin ich alt genug. Die Zeit ist vorbei, wo einem die eigenen Eltern peinlich sein mĂŒssen. Sie haben an der Leipziger Hochschule fĂŒr Grafik und Buchkunst studiert. Was waren dort die ersten Schritte? Im ersten Jahr dort dachte ich noch: Ich will Holzschnitte machen. DĂŒsteres Zeug. Viel habe ich letztens erst weggeschmissen, als ich es versehentlich gefunden habe. Das sind die Sachen, die mir wirklich peinlich sind! Richtig widerlicher Kram. Zum Beispiel? Irgendwann habe ich versucht, „Der Zauberberg von Thomas Mann zu illustrieren. Eigentlich kein ...


Post Testet In Lienen Die L-Version Ihres E-Transporters Der Erste Seiner Art

... Marke schon im FrĂŒhjahr, verrĂ€t der Pressesprecher. Die nĂ€chste Marke soll 2025 erreicht werden: Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen um 70 Prozent gegenĂŒber 2007. 2050 schließlich will der Logistik-Konzern emissionsneutral unterwegs sein. Daniel Pander hat sich mit seinem gelben Stromer wieder auf den Weg gemacht. Die Reaktionen bei den Kunden seien durch die Bank positiv gewesen, erzĂ€hlt er noch von den ersten Fahrten im Scooter. Begehrlichkeiten hat der Elektro-Lieferwagen auch bei anderen geweckt. „Von Verwaltungen und Handwer ...

Post Testet In Lienen Die L-Version Ihres E-Transporters Der Erste Seiner Art

schlimmes Vorhaben. Allerdings war das finster, verschroben und stilistisch ein ganz fieser Abklatsch vom Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Die von der Hochschule haben mir damals schnell gesagt, dass das nichts sei. Man selbst braucht aber immer erst eine Weile, um das zu sehen. Was kam nach den Holzschnitten? Ich war in einer Klasse fĂŒr Illustrationen, da hat sich das mit den Comics langsam angebahnt. Ich habe immer Comics gelesen, hatte aber nie Bock, selber welche zu machen. Richtig Fahrt aufgenommen hat das erst, als ich fĂŒr eineinhalb Jahre nach New York gezogen bin. In Amerika gibt es einfach viel wilderes Zeug als in Europa. Ich habe da in einer Siebdruckwerkstatt gearbeitet und bei James Turek gewohnt, der auch Comics zeichnet und jetzt in Leipzig lebt. Erst in dieser Zeit habe ich angefangen, das ernster zu nehmen. Wenn man nach Comics und Leipzig sucht, findet man nicht viel. Gibt es das abseits von Ihnen ĂŒberhaupt: eine Leipziger Comicszene? Ja, ...


Mit Den Pedalen Quer Durch Die Region

... treiben. Außerdem stellt sich die Kreisverkehrswacht mit ihrem Programm vor. Als Hauptpreis ist ein Fahrrad ausgesetzt, gesponsert von der Sparkasse am Niederrhein und der Firma Alpenfiets. Dazu kommen Sachpreise von den Gewerbebetrieben und GeschĂ€ften. In Sonsbeck radeln die Teilnehmer die Gommansche MĂŒhle, Auf der Mauer, an. Der Heimat- und Verkehrsverein stellt aus, die MĂŒhle ist geöffnet, fĂŒr Speis und Trank ist ebenfalls gesorgt. Verlost werden ein Rad und diverses Zubehör. Französische Musik (wie könnte ...

Mit Den Pedalen Quer Durch Die Region

schon. Also nicht so richtig. Wir haben 2013 den „Millionaires Club gegrĂŒndet. Das ist unser Comic- und Grafikfestival, das wir jedes Jahr zur Leipziger Buchmesse organisieren. Da sind wir zu acht. Drei von uns sind Comiczeichner: Max Baitinger, James Turek aus den USA und ich. Wir wohnen auch alle in der Stadt, sind bei bekannten Verlagen und halbwegs etabliert. Man kann jedoch schon sagen, dass die Szene eher jung ist. Was passiert beim Millionaires Club? Es gibt eine Messe, eine Hand voll Ausstellungen drum herum, Workshops, Lesungen und eine riesengroße Party. That’s it. Das Festival ist noch relativ klein. Was uns wichtig ist, ist, KĂŒnstler oder Kollektive einzuladen, die noch nicht so richtig bekannt sind. Oder die im Ausland bekannt sind, aber noch nicht in Deutschland. Der Fokus liegt da weniger auf Mainstreamsachen. Wir können nicht alles abdecken, wollen wir aber auch gar nicht. Man wird Sie also niemals bei Marvel Comics sehen, wie Sie Captain ...


Frau Überlebt Eine Hirnblutung

... alleine stehen kann: „Ich habe mich buchstĂ€blich Schritt fĂŒr Schritt ins Leben zurĂŒckgekĂ€mpft. Rundum gut versorgt habe sie sich in der Uni, sagte sie. Auch weil Mutter, Bruder und SchwĂ€gerin aus der Pfalz kamen und mehr als eine Woche an ihrem Krankenbett blieben. Schwieriger, weil einsamer seien danach die fĂŒnf Wochen Reha in Bonn gewesen. Ihre Genesung indes verlĂ€uft gut, am Ende kann sie gesund und medikamentenfrei zurĂŒck nach Hause. Im letzten Jahr hat sie nur ein, zwei Kopfschmerztabletten genommen. „Ich habe eine ganze Armee ...

Frau Überlebt Eine Hirnblutung

America zeichnen? Ich kenne mich damit auch nicht aus. Superheldencomics haben ja auch einen ganz bestimmten Stil. Den zu simulieren, da wĂŒrde ich mich lĂ€cherlich machen. Captain America wĂ€re bei mir wahrscheinlich ziemlich schlabberig unterwegs, weniger patriotisch und mit Selbstzweifeln geplagt. Vielleicht am Ende seiner Karriere. „The Artist steht aktuell auf Halt. Der letzte Comic erschien im Dezember. KĂŒrzlich haben Sie einen zweiten Sammelband veröffentlicht. Welche PlĂ€ne gibt es fĂŒr die Zukunft Ihres Alter Egos? Das ist schwierig zu sagen, wegen des gleichbleibenden Themas: Man schwebt wie ein Geier ĂŒber dem verröchelten Tier und muss da noch irgendwas rauspicken. Das macht mir Sorgen. Ich brauche noch mehr Ideen, ehe ich neue Geschichten aufschreiben kann. Lieber höre ich auf, bevor ich es spĂ€ter verkacke. Vielleicht setze ich mich im Winter wieder ran. Wegen der deprimierenden Stimmung und den vielen dunklen Stunden? Weil ich wegen der Deadlines dann eh nicht mehr rauskann. Aber die schlechte Stimmung hilft bestimmt auch. ...