Verr√ľckte Nudel



Verr√ľckte Nudel

Essen & Trinken 06. Mai 2017 Verr√ľckte Nudel Von Jakob Schrenk¬† Fotos: Julian Baumann Auf Sardinien wird die komplizierteste Pasta der Welt gemacht. Aber wohl nicht mehr lange: Kaum jemand beherrscht noch die Zubereitung. Zeit f√ľr eine¬† Rettungsmission. Bildergalerie Es gibt Menschen, die wollen die Erde retten. Ich m√∂chte blo√ü eine Nudel retten. Aber ich werde erkl√§ren, was das mit dem Retten der Welt zu tun hat. Die Nudel tr√§gt den Namen Su Filindeu , √ľbersetzt hei√üt das die F√§den Gottes . Zum ersten Mal las ich von ihr vor ein paar Wochen auf der italienischen Internetseite von Slow Food, einer internationalen Organisation, die das Erbe der landestypischen K√ľche bewahren will. Su Filindeu sind hauchd√ľnn. Sie werden von Hand gezogen und anschlie√üend in drei Schichten √ľbereinandergelegt und getrocknet, bis eine filigrane Wabe entsteht. Ein K√ľchenkunstwerk, das nur noch drei Frauen auf der Welt beherrschen. Alle wohnen auf Sardinien. Alle sind ziemlich alt. Die Nudel droht also auszusterben. Und ich dachte: Ich muss diese Nudel f√ľr die Welt erhalten - indem ich lerne, wie man sie macht. Dieser Artikel ist der Bericht meiner Bildungsreise nach Sardinien. In meinen f√ľnf Tagen auf der Insel hatte ich die besten Lehrer. Sie haben mir Handgriffe vorgef√ľhrt und Geheimnisse verraten. Vor allem aber haben sie mir eine Haltung vermittelt. Deswegen ist dieser ¬≠Artikel auch ein Meta-Rezept: Er handelt von den Eigenschaften, die einen wirklich guten, einen leidenschaftlichen Koch ausmachen. Sei eitel! Als Kind habe ich meine italienischen Freunde beneidet, die im Restaurant ihrer Eltern aushalfen. Sie trugen ¬≠riesige Kellnergeldbeutel mit sich herum und hatten Zugang zur dampfenden Welt der Gro√ük√ľche. Francesco Nanu erinnert mich sofort an dieses Gef√ľhl. Francesco ist 32 Jahre alt und Koch im Restaurant Il ¬≠Rifugio in Nuoro, einer Kleinstadt im Nordosten von Sardinien. Seinem Vater Silverio geh√∂rt das Restaurant. Es ist eines von zweien auf der Insel, in denen die Wundernudel Su Filindeu serviert wird. Deswegen bin ich hier. Francesco ist ein Produkt aus Mutterliebe, Sonne und zwei ...


Die Grafen Von Der Mark Und Arnsberg Des 14

... Interdikt belegt, was zur Folge hatte, dass die Untertanen w√§hrend der Bannzeit Kirchliche Amtshandlungen und Sakramentenspendungen entbehren mussten (1356 bis 1358). In dieser Zeit, 1356, begr√ľndete Graf Gottfried die Stadt Neheim und 1364 die Freiheit Freienohl . Im Jahre 1366 entbrannte nochmals ein schwerer Krieg zwischen den beiden feindlichen Vettern wegen des Landes Fredeburg . Hierbei r√ľckte der M√§rker abermals durch das H√∂nnegebiet nach Arnsberg vor und eroberte und zerst√∂rte die Stadt. Weitere Feindseligkeiten wurden durch die Vermittlung des Erzbi ...


warmen Mahlzeiten am Tag. Er ist kr√§ftig, ohne ¬≠ein Gramm Fett am K√∂rper zu haben. Sein schwarzer Bart ist perfekt gestutzt und sieht so weich aus, dass man ihn kraulen m√∂chte. Was man sich nat√ľrlich niemals traut: Anders als die Deutschen glauben, sind die meisten Ita¬≠liener ja gar nicht √ľberschw√§nglich oder herzlich, sondern reserviert und h√∂flich. Francesco kann sein L√§cheln und seine F√∂rmlichkeit auf Zehntelgrade genau einstellen. Als ich ihm sage, dass ich lernen will, wie man Su Filindeu macht, ¬≠antwortet er: Ich denke, du wirst das nicht schaffen. Noch nicht einmal ich w√ľrde mir das zutrauen. Wir kaufen die Nudeln von Paola Abraini, niemand kann es besser als sie, du wirst sie noch kennenlernen. Die besten Celli der Welt d√ľrften Francesco um die Tiefe und W√§rme seiner Stimme beneiden. Ich kann dir morgen zeigen, wie man Nudeln macht, die ein bisschen einfacher sind , sagt Francesco. Eine Art Vorbereitung. Aber leicht wird auch das nicht. Du wirst viel Kraft und Energie brauchen. Um ein Uhr in der Nacht, als alle G√§ste gegangen sind, trinke ich ein Bier mit Francesco. Sein Vater, seine Mutter und seine Freundin sind auch noch da. Alle haben wie immer im Restaurant gearbeitet, und jetzt, am Feierabend, drapieren sie sich so kunstvoll auf die St√ľhle und um die Tische, als w√ľrden sie f√ľr einen Renaissance¬≠maler posieren. Tr√§ge Behaglichkeit erf√ľllt den Raum. Ich frage Francesco, woher er die Kraft und die Energie f√ľr seine Zw√∂lf-Stunden-Schichten im Restaurant nehme. Francesco antwortet: Ich habe mir nie einen ¬≠anderen Beruf vorstellen k√∂nnen. Meine Aufgabe ist es, andere Menschen gl√ľcklich zu machen. Und das macht wiederum mich gl√ľcklich. Mir war schon aufgefallen, wie oft Francesco aus der K√ľche kommt und zwischen den Tischen herumstolziert. Er sonnt sich in der Anerkennung seiner G√§ste. Mir als Amateurkoch geht es ja ganz √§hnlich. Ich koche am liebsten f√ľr viele Leute. Wenn ich ehrlich bin, will ich vor allem angeben - und wie gut k√∂nnte ich erst mit Su Filindeu angeben! Aber von dieser Selbstsucht profitieren auch meine G√§ste, die etwas Gutes zum Essen ...


Meier Fällt Lange Aus

... tzung zugezogen. Er musste operiert werden und f√§llt voraussichtlich f√ľr zwei Monate aus. Foto: imago Alex Meier hat sich beim Joggen im Urlaub den Kn√∂chel verletzt. Frankfurt.¬† Alex Meier (34) wird der Eintracht rund zwei Monate fehlen. Beim Joggen im USA-Urlaub trat der Kapit√§n laut Bild -Informationen in ein Loch und zog sich eine Kn√∂chelverletzung zu. Er musste operiert werden. Ein freischwebender Gelenkk√∂rper musste entfernt werden. Nat√ľrlich bin ich entt√§uscht, dass mir so etwas passiert ist. Aber ich wollte ...

Meier Fällt Lange Aus

bekommen. Ein guter Koch ist eitel, ein guter Koch ist ein altruistischer Egoist. Vergiss das B√ľro! Am n√§chsten Tag komme ich um 15 Uhr ins Restaurant. Francesco ist seit zehn Uhr da, er hat f√ľr die Mittags¬≠g√§ste gekocht, jetzt opfert er seine zweist√ľndige Nachmittagspause f√ľr mich. Francesco will mir zeigen, wie man Busa macht, eine typisch sardische Nudel. Zu Beginn gibt er mir einen Tipp: Alle nehmen zum Teigkneten die ¬≠Finger. Aber es ist viel besser, den Teig mit den Hand¬≠ballen zu kneten, da hast du viel mehr Kraft. Die ¬≠Arbeitsfl√§che ist zu niedrig. Ich muss in die Knie gehen, und schon nach zehn Minuten tut mir der R√ľcken weh. Nach weiteren zehn Minuten bekomme ich einen Krampf im Unterarm. Francesco sagt: Das ist was anderes als Tippen, oder? Der moderne Mensch klagt √ľber Burn-out und Bore-out und dar√ľber, dass man sich in der Arbeit kaum mehr wahrnehme, nicht die Ergebnisse des eigenen Tuns sehe. Vielleicht sollte man als Ausgleich einfach mehr kochen, nicht zum Coach oder Therapeuten rennen, sondern in die K√ľche, seine Unterarme und sich selbst sp√ľren und die eigene Wirksamkeit erleben. Eine Zwiebel zerf√§llt durch ein paar Messerschnitte in tausend St√ľcke. Mehl und Wasser verwandeln sich in einen geschmeidigen Teig. Kochen ist Magie und Therapie, und je mehr man kocht, desto besser und gl√ľcklicher wird man. Den Teig rolle ich zu einer Wurst und schneide kleine St√ľcke ab, dr√ľcke sie flach und rolle sie jeweils √ľber ¬≠einen Eisenspie√ü. Anschlie√üend ziehe ich den Spie√ü aus der Nudel. So entsteht eine fingerlange R√∂hrennudel, eben die Busa. Anderthalb Stunden habe ich f√ľr 20 Nudeln gebraucht. Ich bin gl√ľcklich. Und es macht mir ¬≠erstaunlich wenig aus, dass Francesco in einem Moment, in dem er sich unbeobachtet f√ľhlt, meine Nudeln in den M√ľll wirft. Stell dich in die Tradition! Zur weiteren Lehre schickt mich Francesco in ein Bergdorf, anderthalb Autostunden von Nuoro entfernt. Ein Reise¬≠f√ľhrer w√ľrde Morgongiori als klein und ¬≠verschlafen bezeichnen, tats√§chlich ist es h√§sslich und trostlos. Ein blinder Hund steht regungslos auf der Stra√üe und will ...


Der Pflegenotstand Als Soziologisch Faire Angelegenheit

... vielleicht gern Drogen im G√∂rli. Oder aber man braucht gute Ideen. Oder aber man kann sich einfach als Nazi bezeichnen lassen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sich speziell Parteien und Verb√§nde am Etat des Entwicklungshilfeministeriums schadlos halten. Und die reale Arbeit denn den an Rohstoffen und weniger an Menschenrechten interessierten Chinesen √ľberlassen. The Great Artiste 4. April 2015 um 18:06 Uhr Menschenrechte sind f√ľr Ameisen ein Auslaufmodell Von chinesischen Staatskapitalisten und amerikanischen Lobbydominatoren werden warme Worte europ√§ischer K√ľmme ...

Der Pflegenotstand Als Soziologisch Faire Angelegenheit

unser Auto nicht ins Dorf lassen. In der Kneipe sitzt ein Mann vor einer zwei Wochen alten Gazzetta dello Sport und liest die Vorberichte zum ¬≠Achtelfinale der Cham¬≠pions League, das schon l√§ngst stattgefunden hat. Eine Frau ruft uns auf der Stra√üe zu: Haut blo√ü ab! Sp√§ter kommt sie hinter uns her und bittet um Entschuldigung mit den Worten, sie habe uns f√ľr ¬≠Zigeuner gehalten. Die Frau f√ľhrt uns dann zum Ziel des Ausflugs: die Pasta-Manufaktur von Mafalda Vittorina. Mafalda ist 63, reicht mir, wenn sie sich streckt, bis zur Brust und hat unfassbar viele Haare auf dem Kopf. Als w√ľrde die ganze Energie, die in ihrem K√∂rper gespeichert ist, Wege ¬≠suchen, um nach drau√üen zu gelangen. Mafalda macht den lieben langen Tag vor allem eine Nudelform. Sie wird nur in Morgongiori hergestellt und sonst nirgends und hei√üt Lorighitta. Das ist ein ¬≠sardisches Dialektwort und bedeutet Ohrring. Tat¬≠s√§chlich sehen die Nudeln aus wie Schmuck: etwa f√ľnf Zentimeter lange Teigkordeln, die in sich selbst verdreht sind. Mafalda sagt, sie habe von ihrer Gro√ümutter gelernt, wie man Lorighitta macht, und die wiederum von ihrer Gro√ümutter, und so geht das weiter bis in alle Ewigkeit . Auch wenn Mafalda es anders sieht: Erfunden haben die Italiener die Nudel nicht. Vor mehr als 4000 Jahren hatten Menschen irgendwo im Nahen Osten die Idee, Teig in Wasser zu kochen. Von dort nahmen die Nudeln ihren Weg nach China und im achten oder neunten Jahrhundert nach Christus mit den arabischen Erobe¬≠rern auch nach Italien. Die Italiener haben sich vor allem beim Kopieren hervorgetan und durch ¬≠Versuch und Irrtum die Pasta immer weiterentwickelt. Rezepte aus dem Mittelalter sehen vor, die Nudeln eine Stunde lang zu kochen, der Begriff al dente kam erst in der Mussolini-Zeit auf. Schon im fr√ľhen Mittelalter wurden in Sizilien Nudeln in gro√üem Stil produziert und exportiert. Die Pasta ist das erste industriell hergestellte ¬≠Lebensmittel der Geschichte und so global wie ¬≠lokal. In Italien hat jede Region und jeder Landstrich seine eigene Pasta, in Sardinien sogar jedes Dorf. Angeblich gibt es auf der Insel ...


Operation Health Macht Rainbow Six Siege Fit F√ľr Die Zukunft

... titiven Charakter von Rainbow Six Siege deutlich aufwertet. Ein Kopfschuss ist endlich wieder ein Kopfschuss. Patch 2.2.1 scheint auch den allgemeinen Spielablauf zu optimieren, denn der Shooter f√ľhlt sich fl√ľssiger an und profitiert von k√ľrzeren Ladezeiten. In Montreal ist man allerdings noch nicht fertig und plant bereits eine zus√§tzliche Ebene in der Treffererkennung. Visuell und akustisch sollen sich in Zukunft auch Querschl√§ger und Sch√ľsse auf verschiedene Oberfl√§chen bemerkbar machen. Ohne √Ąrger W√§nde sprengen: Hibanas X-Kairos- ...

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mehr als 1000 unterschiedliche Nudelformen, es sind essbare Regionalwappen, die Rezepte werden eifers√ľchtig bewacht. Nat√ľrlich hat dieser ¬≠un¬≠geheure Stolz auf Tradition und Herkunft auch dazu ¬≠gef√ľhrt, dass sich Mafalda, Francesco und ungef√§hr 60 Millionen weitere Italiener so geschickt beim Kochen anstellen. Wenn sich die Italiener die Pasta nur abgeschaut ¬≠haben, d√ľrfen wir Deutschen sie uns ja auch bei ihnen ¬≠abschauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Amerikaner demokratisiert und die Italiener zivilisiert. In den Pizzerien der Gastarbeiter gingen die Deutschen in eine Schule der Lebensfreude und des guten Geschmacks. Ich glaube, aus dieser Schule sind wir l√§ngst nicht entlassen. Es steht noch viel auf dem Lehrplan. Viele meiner Bekannten kochen zum ¬≠Beispiel heute ¬≠peruanisch und morgen vietnamesisch, in ihren K√ľchen stapeln sich exotische Gew√ľrze. Die ¬≠Italiener aber ¬≠konzentrieren sich seit Jahrhunderten auf die gleichen simplen Zutaten. Und was ist simpler als eine Nudel, die aus Hartweizengrie√ü und Wasser besteht? Vor acht Jahren musste Mafaldas Mann in Rente gehen. Er war Lehrer in Morgongiori, aber die Schule wurde ¬≠geschlossen, es gab nicht mehr genug Kinder. Die Rente betr√§gt wenige Hundert Euro. Mafalda war bis dahin vor allem Hausfrau gewesen und hatte hin und wieder in Restaurants ausgeholfen. Jetzt aber wollte sie etwas tun. Und das Einzige, was ich wirklich konnte, waren Nudeln. Mit drei Freunden gr√ľndete sie die Nudelmanufaktur. 40 000 Euro zahlte Mafalda f√ľr die Maschinen, die den Teig vorkneten und die fertigen Nudeln trocknen, formen muss sie die Nudeln von Hand. Sie lacht, wenn ich sie frage, ob sie einen Businessplan hatten. Das Wort hat sie noch nie geh√∂rt. Sie hat sich auch nie gefragt, ob sie mit 55 Jahren zu alt f√ľr die Gr√ľndung eines Unternehmens sei. Zum Leben reicht es , sagt Mafalda. Sie verkauft die Nudeln an Restaurants in der Gegend, aber auch an den Billionaire Club von Flavio Briatore auf Sardinien sowie an sardische Restaurants in Dubai und Houston. Mafalda Vittorina, die kleine Frau aus dem Dorf, f√ľhrt ein global ...


Samstagsschule In Darmstadt Will Junge Handwerker Fit F√ľr H√∂here Aufgaben

... schluss sollen die Teilnehmer sich ein eigenes Produkt ausdenken und dieses √ľberzeugend und unter Anwendung der erlernten F√§higkeiten pr√§sentieren. Am Ende erhalten die Absolventen dann ein Zertifikat. Wer als Teilnehmer f√ľr die ‚ÄěSamstagsschule in Frage kommt, entscheidet die Handelskammer Frankfurt-Rhein-Main gemeinsam mit der Dotter-Stiftung, die das Projekt unterst√ľtzt. Besonders gute Abschlussnoten bei der Gesellenpr√ľfung sind bei der Auswahl ein wichtiges Kriterium. Bewerben k√∂nnen sich nur die besten Auszubildenden aus den letzten drei Jahrg√§ngen. Zun√§chs ...

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agierendes Start-up. Was beim Kochen z√§hlt, ist der Mut , sagt Mafalda. Sie lacht, als ich ihr erz√§hle, dass ich beim Teigmachen die n√∂tige Menge Wasser mit der K√ľchenwaage aufs Gramm abmesse. Das ist Quatsch. Jedes Mehl ist ein bisschen anders, sogar die Luftfeuchtigkeit hat einen Einfluss, das kann man nicht ein f√ľr allemal im Kochbuch bestimmen , sagt Mafalda. Du musst einfach ¬≠darauf vertrauen, dass du f√ľhlst, wie viel Wasser das Mehl braucht. Mafalda rollt mit den H√§nden ein St√ľck Teig zu einer sehr d√ľnnen Wurst, legt sie sich in zwei Schlaufen um zwei Finger der linken Hand, klebt die Enden der Wurst aneinander und verdreht die ¬≠Nudel in eine Spiralenschlaufe. Neben der flinken ¬≠Mafalda komme ich mir sehr plump vor. Mafalda aber kritisiert nicht mein Geschick, sondern meine Haltung: Du musst es mit Schwung machen, du musst es dich trauen. Du bist zu z√∂gerlich. Es ist egal, welches Gericht man ¬≠zubereitet. Immer geht es um den Mut. Man f√§ngt ¬≠einfach an. Arbeite an dir! Mafaldas Worte betrachte ich als Erlaubnis, nun endlich einen Termin bei Paola Abraini auszumachen, der Su¬≠-Filindeu-Expertin. Sie empf√§ngt mich um halb zehn Uhr am Morgen in ihrem Apartment in Nuoro und sagt, dass sie vier Stunden Zeit habe, keine Minute l√§nger. ¬≠Paola ist 63. Ihre K√ľche strahlt die ¬≠Sauberkeit und die Atmosph√§re eines Operationssaals aus. Paola beginnt ¬≠sofort, Wasser und Hartweizengrie√ü zu ¬≠mischen. Kneten ist nicht das richtige Wort f√ľr das Kunstst√ľck, das sie vollf√ľhrt - mit einer einzigen ¬≠flie√üenden Bewegung scheint sie den Teig gleichzeitig zu ziehen, zu pressen und zu rollen. Dann verr√§t sie mir ¬≠etwas: Wenn man ganz am Ende noch ein wenig Salzwasser in den Teig knetet, wird er noch geschmeidiger. Die obersten Gelenke ihrer ¬≠Finger kann sie ¬≠be√§ngstigend weit √ľberstrecken. Vielleicht ist das eine Folge ihrer Arbeit. Vielleicht ist es auch ¬≠¬≠umgekehrt eine ¬≠Voraussetzung: ein evolution√§rer ¬≠Vorteil, der ihr seit jeher hilft, den Teig schneller zu ¬≠bearbeiten. Den fertigen Teig l√§sst Paola eine halbe Stunde ruhen. Dann nimmt sie sich ein kleines ...


Warum Die Klangtherapie Auch 2017 Auf Sponsoren Verzichtet

... nehmen , erzählt sie. Klangtherapie: Artikel zur Entstehungsgeschichte und zur Crew Vor 15 Jahren ist Christian Chrille Polewka in einer Hippie-Kommune auf der Insel La Gomera eine Idee gekommen: Er wollte in seiner Heimat im Landkreis Bayreuth ein Techno-Festival auf die Beine stellen. Auf einem Acker in Scherleithen (Gemeinde Plankenfels,) hatte er zuvor schon Privatpartys gefeiert, Im Jahr 2003 entstand dort das erste Klangtherapie-Festival unter dem Motto: Die Freiheit sein zu können, wie wir sind . Was als kleine dreitägige Techno-Party mit 300 Besuchern ...

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St√ľck und rollt es zu ¬≠einer langen Wurst. Beide Enden dieser Wurst klebt sie sich in die linke Hand. Eine vielleicht 15 Zentimeter lange Schlaufe entsteht. Paola greift unten in die Schlaufe, zieht die Schlaufe in die L√§nge und klebt das untere Ende wieder in die linke Hand. Jetzt hat sie zwei Schlaufen, die aus vier Str√§ngen bestehen. Paola greift wieder in das untere Schlaufenende, zieht sie wieder und klebt sie sich wieder in die Hand. So entstehen 8, dann 16, 32, 64, 128 und schlie√ülich 256 immer feinere F√§den. Die haard√ľnnen Nudelf√§den spannt sie √ľber ein rundes Holzbrett, das einen Durchmesser von exakt 62 Zentimetern hat, so will es die Tradition. An den R√§ndern streift sie die Teigreste ab. Bahn f√ľr Bahn belegt sie das Brett, bis es ganz bedeckt ist, dann dreht sie das Brett ein wenig und beginnt die zweite Schicht in einem leichten Winkel zur ersten. Insgesamt legt sie drei Schichten √ľbereinander. Zum Trocknen tr√§gt sie das Brett auf den Balkon. Paola sagt, sie habe die Zubereitungsart mit 16 Jahren von ihrer Schwiegermutter gelernt, ein Jahr hat es gebraucht, bis sie zufrieden mit mir war, und ich habe jeden Tag ge√ľbt . Schon immer gab es wenige Menschen, die Su Filindeu wirklich beherrscht haben. Jetzt aber, sagt Paola, seien nur noch sie und zwei Schwes¬≠tern ihres Mannes √ľbrig, das seien die anderen beiden Frauen, die im Slow-Food-Artikel erw√§hnt wurden. Und die n√§chste Generation habe √ľberhaupt kein ¬≠Interesse. Die wollen alle ¬≠einen Beruf und haben sogar Hobbys. Paola ist eine ernste Frau. Aber wenn sie ein letztes Mal an den Nudelschlaufen gezogen hat, wenn sie dann die 256 F√§den in der Hand h√§lt, huscht ein L√§cheln √ľber ihr Gesicht, das passiert wirklich jedes Mal. Werde zum K√ľnstler! Jetzt bist du dran , sagt Paola und dr√ľckt mir einen Teigbatzen in die Hand, den sie vorgeknetet hat. Ich hatte auch schon Teig gemacht, aber der war lang nicht ¬≠geschmeidig genug. Mit Paolas Teig schaffe ich es dann bis zum vorletzten Schritt, halte 128 Nudel¬≠f√§den in den H√§nden - dann zerrei√üt mir alles. Im ¬≠weiteren Verlauf des Vormittags komme ich nie ...


Darauf Schauen Frauen Bei Anderen Frauen Als Erstes

... Research ver√∂ffentlicht wurde, jetzt ans Licht gebracht hat, achten Frauen beim anderen Geschlecht vor allem auf Taille und H√ľfte. Die Wissenschaftler verwendeten eine Eye-Tracking-Technologie, um zu erforschen, worauf junge Frauen beim K√∂rper von anderen Frauen am meisten achten. Bei dem Test mussten die 33 Probanden etliche Frauentypen betrachten, die unterschiedliche K√∂rperformen hatten. Jedes Model hatte ein √§hnliches Alter, den gleichen Haarschnitt und den gleichen Gesichtsausdruck , berichtet ...

Darauf Schauen Frauen Bei Anderen Frauen Als Erstes

wieder so weit. Aber ich kann nicht mehr aufh√∂ren, Teig zu ¬≠kneten und ¬≠Nudeln zu ziehen, und vergesse vor Aufregung fast zu atmen. Paola arbeitet derweil weiter. Im Vergleich zu ihr hat ein Roboter eine nachl√§ssige Berufsauffassung. Paola muss in den n√§chsten acht Wochen 100 Kilo Su ¬≠Filindeu herstellen. Bald kommen Hunderte Pilger nach Sardinien und werden vom Pfarrer der Kirche San Francesco di Lula in der N√§he von Nuoro mit Su ¬≠Filindeu bewirtet. Paola schafft ein Kilo in einer Stunde und bekommt ¬≠daf√ľr von der Kirche elf Euro. Die wei√üe Kunst nennen die Italiener das Nudelmachen. Als ich Paola frage, ob die Nudeln wirklich so d√ľnn ¬≠sein m√ľssten, ob das ¬≠irgendetwas am Geschmack √§ndere, zuckt sie mit den Schultern. Als w√ľrde man einen Maler fragen, wozu sein Bild da eigentlich gut sei. Es geht ihr nicht um die Funktion, zumindest nicht nur. Es geht ihr darum, sich in der Arbeit zu verschwenden. L'art pour l'art. Paola, die pedantische K√ľnstlerin, sagt: Es sieht eben sch√∂n aus. Gegessen habe ich bei Paola dann nicht mehr. Daf√ľr ¬≠hatte sie keine Zeit. Francesco serviert mir die Nudeln an meinem letzten Abend auf Sardinien. Traditionell wird die Pasta in einer Schafsbr√ľhe serviert, mit dicken Brocken Pecorino. Weil die Nudeln so d√ľnn sind, verschmelzen sie mit der Suppe und dem K√§se zu einem gleichzeitig unfassbar zarten und fleischig-kr√§ftigen ¬≠Geschmack. Die Su Filindeu sind nicht das Gro√üartigste, was ich je gegessen habe. Aber ich glaube, der Witz der Su ¬≠Filindeu ist sowieso ein anderer: Man genie√üt nicht nur die ¬≠Aromen und Texturen, sondern auch das ¬≠Wissen um die ungeheure Arbeit, die in den Nudeln liegt, den Aufwand, die Begeisterung, Paolas L√§cheln. Ich habe Paola versprochen, zu Hause weiter an den Su Filindeu zu arbeiten. Aber noch viel mehr als die ¬≠Nudel will ich die Leidenschaft meiner sardischen Meis¬≠ter bewahren. Denn es geht beim Kochen nicht darum, etwas herzustellen, das satt macht. Kochen ist die Kunst, dem Alltag etwas Sch√∂nheit abzutrotzen. Das rettet nicht die Welt. Aber es macht sie ganz sicher besser. Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der S√ľddeutschen Zeitung auf Das Rezept ...