August 1961 So Erinnern Sich Unsere Leser An



August 1961 So Erinnern Sich Unsere Leser An

Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961: So erinnern sich unsere Leser an die Berliner Mauer DDR-B├╝rger str├Âmen nach dem Mauerfall im November 1989 im Schatten der Oberbaumbr├╝cke am Grenz├╝bergang Warschauer Stra├če in den Westen. imago/Jochen Tack Mensch Mama, du bist ja Zeitzeuge! Als die Mauer fiel, war ich 21. Meine Kinder sind jetzt 17, 13, 11 und 1 Jahr alt. Aufgewachsen in der N├Ąhe des Kontrollpunktes Dreilinden kamen wir bei Fahrradtouren durch den Wald immer wieder an den Schildern: ÔÇ×You are leaving the American Sector vorbei, standen auf der Autobahnbr├╝cke, um die ├╝ber die Transit-Autobahn nach Westdeutschland oder in die DDR fahrenden oder zur├╝ckkehrende Autos zu beobachten, w├Ąhlten stets die falsche Spur vor dem Kontrollpunkt zur Transitstrecke aus und maulten ├╝ber die Ostbesuche bei der Cousine meines Vaters, weil es uns peinlich war, dass sie nicht reisen konnte, uns aber die ganze Welt offen stand. Gefragt nach der Dauer der Mauer, waren meine Eltern immer der Meinung, dass jede Diktatur irgendwann ein Ende habe, ob wir aber das der DDR erleben w├╝rden, sahen sie eher als zweifelhaft an. Als kleines M├Ądchen hatte ich oft den Traum, dass ich die Grenzbeamten einfach ├╝berzeugen k├Ânnte, die Grenzen zu ├Âffnen, wenn ich ihnen nur genug Kinderschokolade mitbringen w├╝rde. Das erz├Ąhle ich meinen Kindern. Galerie: Mauerbau am 13. August 1961 Inhalt teilen URL zum Kopieren Es war ein sonniger August-Sonntag in Berlin und wieder Wahlkampf in Deutschland. Beunruhigende Nachrichten aus seiner Stadt veranlassten den Regierenden B├╝rgermeister Willy Brandt am 13. August 1961 seine Wahlkampfreise als SPD-Kanzlerkandidat durch die Bundesrepublik abzubrechen und sofort nach Berlin zur├╝ckzukehren. (Im Bild: Arbeiter an der Bernauer Stra├če.) Seit den fr├╝hen Morgenstunden rissen ostdeutsche Grenzsoldaten entlang der Sektorengrenze zum amerikanischen, britischen und franz├Âsischen Sektor von West-Berlin die Stra├čen mit Spitzhacken und Presslufth├Ąmmern auf und verlegten Stacheldrahtverhaue. Panzerfahrzeuge fuhren auf. Vor dem bisher offenen Brandenburger Tor marschierten Uniformierte mit Maschinenpistolen auf, der bisher durchg├Ąngige S- und U-Bahnverkehr zwischen Ost- und West-Berlin wurde unterbrochen. (Im Bild: Der Regierende B├╝rgermeister von Berlin, Willy Brandt (M.) am 13. August 1961 am Brandenburger Tor. 13. August 1961: Ein Teil der West-Berliner Polizei wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Ost-Berlin abgeriegelt meldeten Extrabl├Ątter der West-Berliner Zeitungen im Laufe des Tages. (Im Bild: Maurerkolonne am Potsdamer Platz.) Der Aufbau des antifaschistischen Schutzwalls , wie die DDR die Mauer nannte, hatte begonnen, ein Verbrechen gegen das eigene Volk , wie es der sp├Ątere Bundespr├Ąsident Johannes Rau einmal nannte und hinzuf├╝gte: Diese m├Ârderische Grenze mitten durch Berlin und mitten durch Deutschland war das Kainsmal eines Regimes, das Machterhalt und Ideologie ├╝ber Menschenrecht und Menschenw├╝rde gestellt hat. (Im Bild: Blick ├╝ber den Potsdamer Platz.) Willy Brandt fasste das f├╝r viele Berliner Unfassbare in die Worte: Ein Regime des Unrechts hat ein neues Unrecht begangen, das gr├Â├čer ist als alles zuvor! (Im Bild: Ostberliner Maurer beim Errichten der Berliner Mauer.) Es war der absolute Tiefpunkt im Verh├Ąltnis der beiden Teile Deutschlands zueinander, die Mauer sollte 28 Jahre lang ein weltweit zu trauriger Ber├╝hmtheit gelangtem Symbol der Teilung Deutschlands werden, das nur noch vom Brandenburger Tor ├╝bertroffen wurde. (Im Bild: Sowjetische und amerikanische Panzer an der Berliner Sektorengrenze.) Dabei hatte SED-Chef Walter Ulbricht noch im Juni 1961 auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin verk├╝ndet: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten! (Im Bild: Sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie.) Der damalige Vertreter des Regierenden B├╝rgermeisters Franz Amrehn und der Bundesminister f├╝r gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer (beide CDU), unterrichteten noch in der Nacht Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) ├╝ber die neuen Ma├čnahmen Pankows, der im Westen damals ├╝bliche Sprachgebrauch f├╝r die Regierung der DDR, die damals noch Sowjetzone genannt wurde. (Im Bild: Besetzer des Lenne-Dreiecks fl├╝chten ├╝ber die Mauer nach Ostberlin.) Die Staaten des Warschauer Vertrages, also der damalige Ostblock, hatten die ostdeutschen Machthaber mit SED-Chef Ulbricht und seinem organisatorischen Helfer Erich Honecker erm├Ąchtigt, an der Westberliner Grenze eine solche Ordnung einzuf├╝hren, durch die der W├╝hlt├Ątigkeit gegen die L├Ąnder des sozialistischen Lagers zuverl├Ąssig der Weg verlegt und rings um das ganze Gebiet Westberlins einschlie├člich seiner Grenze mit dem demokratischen Berlin eine verl├Ąssliche Bewachung und eine wirksame Kontrolle gew├Ąhrleistet wird . (Im Bild: Ostberliner Maurerkolonne im August 1961) In Wahrheit ging es um den seit Jahren anhaltenden Fl├╝chtlingsstrom von Ost nach West mit der offenen Stelle Berlin, der sich in letzter Zeit wieder dramatisch verst├Ąrkt hatte. Das Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde konnte den Zustrom kaum noch fassen. (Im Bild: Schauspieler Horst Buchholz im Billy-Wilder-Film ÔÇ×Eins, zwei, drei vor dem Brandenburger Tor (1961).) Der damalige Wahlkampfleiter Brandts und sp├Ątere Regierende B├╝rgermeister Klaus Sch├╝tz erinnerte sich sp├Ąter in einer Dokumentation der RBB- Abendschau an jene schicksalhaften Tage: Die Menschen waren sehr erregt, Willy Brandt aber vor allem auch dar├╝ber, dass die Westm├Ąchte das alles so hinnahmen. (Im Bild: Volkspolizisten am Potsdamer Platz.) Mit seinem Brand-Brief an US-Pr├Ąsident John F. Kennedy soll sich Willy Brandt damals sowohl in Washington als auch in Bonn einigen Unmut zugezogen haben. (Im Bild: Lucius D. Clay, Berlin-Berater des US-Pr├Ąsidenten Kennedy.) Zur Beruhigung schickte Kennedy schlie├člich am 19. August 1961 seinen Vize Lyndon B. Johnson nach West-Berlin, wo er st├╝rmisch empfangen wurde. Johnson kam schneller als Adenauer hie├č es, der Kanzler kam am 22. August in die Stadt. (Im Bild: Westberliner Wohnhaus an der Bernauer Stra├če, 1963.) Die Lage in Berlin spitzte sich zu, als sich am 27. Oktober 1961 am alliierten Grenz├╝bergang Checkpoint Charlie sowjetische und amerikanische Panzer unmittelbar gegen├╝berstehen, quasi die Kanonenrohre der beiden Weltm├Ąchte unmittelbar aufeinander gerichtet waren. (Im Bild: Der Westberliner Fluchthelfer Klaus-Michael von Keussler beim Tunnelbau.) Brandt meinte in einer Fernsehansprache damals: Trotz der bedr├╝ckenden Lage, in der wir uns befinden, vertrauen wir darauf, dass es doch eine gemeinsame Zukunft in einem ...


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wiedervereinigten Deutschland geben wird. Als sp├Ąterer Bundeskanzler leitete Brandt gemeinsam mit Egon Bahr eine Ostpolitik ein ( Wandel durch Ann├Ąherung ), . (Im Bild: Conrad Schumann bei einer Pressekonferenz im August 1986 ├«n Berlin. ├ťber ihm das Foto seiner Flucht nach West-Berlin am 15. August 1961.) . die den Berlinern nicht nur praktische Erleichterungen brachte, sondern letztendlich auch das politische System auf der anderen Seite der Mauer in zunehmende Bedr├Ąngnis brachte. (Im Bild: Rolf Becker aus Halle bei einer Montagsdemonstration in Leipzig.) Der damalige Leiter der Berliner Abendschau des Senders Freies Berlin, Harald Karas, erinnerte sich in der RBB-Dokumentation an den Mauerbau: Viele waren der Meinung, das kann nicht lange dauern, das ist so abenteuerlich, so absurd, eine Stadt mittendurch zu schneiden, das kann nicht funktionieren, das ist ein Akt der Verzweiflung. Dass es dann so lange dauern w├╝rde, bis 1989, hat niemand geahnt. (Im Bild: Die Berliner Mauer am 10. November 1989, einen Tag nach Verk├╝nden der Reisefreiheit.) Und das wollten auch viele Menschen in der DDR auch nicht abwarten, die seit 1961 zum Teil lebensgef├Ąhrliche Fluchten in den Westen wagten und dabei oft auch den Tod fanden - erschossen, verblutet oder ertrunken. (Im Bild: Menschenmassen vor der Berliner Mauer, nachdem in der Nacht die Grenzen ge├Âffnet wurden. Die ersten st├╝rzten sich noch im August aus den Fenstern der zu Ost-Berlin geh├Ârenden Wohnh├Ąuser in der Bernauer Stra├če, die danach immer wieder zum Schauplatz dramatischer Fluchtszenen werden sollten, zum Teil mit aufgespannten Sprungt├╝chern der West-Berliner Feuerwehr, w├Ąhrend DDR-Grenzposten an den Beinen der Fl├╝chtlinge am offenen Fenster zerrten. (Im Bild: Die Glienicker Br├╝cke.) Die Bilder gingen um die Welt, wie auch vom DDR-Soldaten Conrad Schumann, der mit Stahlhelm und Maschinenpistole ├╝ber den ausgerollten Stacheldraht sprang und gleich im West-Berliner Polizeiauto verschwand. (Im Bild: West-Berliner Polizisten mit DDR-Grenzsoldaten.) Im Dezember 1961 durchbrechen Fl├╝chtlinge, darunter der Lokf├╝hrer, mit einer Dampflok der DDR-Reichsbahn im Kugelhagel die Grenze nach Berlin-Spandau (sp├Ąter als Durchbruch Lok 234 mit Erik Schumann als Lokf├╝hrer verfilmt). (Im Bild: DDR-Grenzposten auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor.) Etwa ein Dutzend Mal graben Fl├╝chtlinge einen Tunnel nach West-Berlin - zu den Fluchthelfern geh├Âren oft Studenten der Freien Universit├Ąt Berlin oder der sp├Ątere Astronaut Reinhard Furrer. Andere Fl├╝chtlinge kapern auf der Spree ein Fahrgastschiff, das unter Beschuss der DDR-Grenzposten nach West-Berlin entkommt. (Im Bild: Die Mauer, hier an der Bernauer Stra├če, wird abgebaut.) Andere wagen im S├╝den Deutschlands die Flucht mit der ganzen Familie in einem Hei├čluftballon oder landen mit zwei Leichtflugzeugen auf der Wiese vor dem Reichstagsgeb├Ąude, damals hart an der Berliner Sektorengrenze liegend. (Im Bild: Mahnmal an der Bernauer Stra├če.) Andreas Labes Eine die halbe Welt ersch├╝tternde Szene spielte sich am 17. August 1962 an der Zimmer- und Friedrichstra├če unweit des alliierten Kontrollpunktes Checkpoint Charlie ab, als der 18-j├Ąhrige Peter Fechter von zahlreichen Sch├╝ssen der Grenzpolizisten getroffen wird und eine Stunde lang vor den Augen entsetzter West-Berliner verblutet ( Helft mir doch! waren seine letzten Rufe). (Im Bild: Pflastereine am Reichstag zeigen der Verlauf der Berliner Mauer an.) Auf West-Berliner Plakaten an der Mauer hie├č es damals: Verblutet an der Mauer! Kein Schie├čbefehl kann das erzwingen! (Im Bild: Touristen an der East Side Gallery.) Tagelang demonstrieren West-Berliner Jugendliche an dieser Stelle und bewerfen die Grenzsoldaten unter Rufen wie M├Ârder! mit Steinen, die mit Tr├Ąnengas antworten. Schlie├člich muss sogar die West-Berliner Polizei gegen die Demonstranten einschreiten (auf Befehl der alliierten Schutzm├Ąchte, wie die westlichen Besatzungsm├Ąchte genannt wurden). (Im Bild: Die Mauergedenkst├Ątte an der Bernauer Stra├če.) Egon Bahr erinnerte sich sp├Ąter: Wir hatten auch einen Schie├čbefehl. Unser lautete: wir d├╝rfen Fl├╝chtlinge nicht freischie├čen und ihnen nicht die Flucht erleichtern. Wir d├╝rfen nur antworten, wenn Sch├╝sse auf unserer Seite einschlagen, also Notwehr. Das hei├čt, wir haben uns eigentlich der unterlassenen Hilfe schuldig gemacht. (Im Bild: Die Berliner Mauer in Kreuzberg.) ├ťber Lautsprecher hie├č es damals von einem Studio am Stacheldraht in Richtung der DDR-Grenzsoldaten: Lasst das Schie├čen sein! Denkt daran: Ihr werdet daf├╝r eines Tages zur Rechenschaft gezogen! (Im Bild: Die East Side Gallery.) Noch wenige Monate vor dem Fall der Mauer wird am 8. M├Ąrz 1989 in Berlin der 20-j├Ąhrige Chris Gueffroy bei einem Fluchtversuch erschossen. Das Bundesverfassungsgericht hat die t├Âdlichen Sch├╝sse auf Fl├╝chtlinge als schwerstes kriminelles Unrecht eingestuft. (Im Bild: Originalteile der Mauer am Potsdamer Platz.) Dennoch wurden ├╝ber 95 Prozent der angeklagten Grenzsoldaten in Berlin nur zu Bew├Ąhrungsstrafen verurteilt oder sogar freigesprochen. (Im Bild: Gedenkstein auf dem ehmaligen Verlauf der Berliner Mauer.) In 28 Jahren gab es in Berlin aber auch eine unheimliche Normalit├Ąt des Mauer-Alltags - in direkter Nachbarschaft von Todesstreifen, Panzersperren und Wacht├╝rmen lag auf der anderen Seite eine Schrebergartenidylle, wo West-Berliner im Schatten der Mauer ihre Campingst├╝hle aufstellten. (Im Bild: Die Mauer an der Bernauer Stra├če.) Das dokumentiert, neben den dunklen Mauer-Erinnerungen, auch der jetzt erschienene, von Kai Dieckmann herausgegebene Band Die Mauer/The Wall (Fackeltr├Ąger) mit einem Vorwort von Altkanzler Helmut Kohl. (Im Bild: Die Mauer an der M├╝hlenstra├če.) Es dauerte bis zum 750. Stadtjubil├Ąum Berlins 1987, bis ein Staatsmann die Welt wieder wach r├╝ttelte und US-Pr├Ąsident Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor ausrief: Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall! (Mr. Gorbatschow, ├Âffnen Sie dieses Tor. Mr. Gorbatschow, rei├čen Sie diese Mauer nieder!) (Im Bild: Die Mauergedenkst├Ątte an der Bernauer Stra├če.) Danach dauerte es nur noch zwei Jahre, bis am Abend des 9. November 1989 das SED-Politb├╝romitglied G├╝nter Schabowski auf einer internationalen Pressekonferenz in Ostberlin stockend und eher stammelnd den Vollzug meldete: Das ist ab sofort, unverz├╝glich. (Im Bild: Touristen an der Mauergedenkst├Ątte Bernauer Stra├če.) Und die Geschichte, wie mein Vater mit seinen drei Geschwistern 1948 w├Ąhrend der Berlin-Blockade mit gef├Ąlschten Papieren in einem Ferienbus f├╝r West-Berliner Kinder aus ...


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... f├╝r Sport (Pierre-de-Coubertin-Medaille): Moritz Fischer. Bestpreis f├╝r Musik: Julia F├╝g, Antonia Hoyer, Nina Schmidt. Engagement in der Sch├╝lervertretung: Julia F├╝g, Ji-Yeon Park. Schulleiterin Holloch lobte nicht nur die Abiturienten, sondern auch deren Lehrer. Das Kollegium habe sehr engagiert und meist gut gelaunt mit den Sch├╝lern gearbeitet. Eine Umfrage habe ergeben, dass 100 Abiturienten zufrieden auf ihre Schulzeit zur├╝ckblickten und sich keine besseren Lehrer vorstellen k├Ânnen . F├╝r die Lehrer sei nach anstrengenden Pr├╝fungs- und ...

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der sowjetischen Besatzungszone fliehen konnte. Schon damals konnte man die russische Besatzungszone nicht mehr ohne Genehmigung verlassen! Meine Gro├čmutter versuchte zeitgleich ├╝ber die gr├╝ne Grenze, verkleidet als Holzsammlerin, in den Westen zu gelangen. Fast w├Ąre sie von amerikanischen Wachposten zur├╝ck geschickt worden. ÔÇ×Dann m├╝ssen sie mich erschie├čen , soll mein Gro├čvater den Soldaten gesagt haben. Aber am meisten m├Âgen sie die Geschichte von der Nacht des Mauerfalls und des Tages danach: Meine Mutter hatte in den 19 Uhr-Nachrichten, die Ank├╝ndigung von den Reiseerleichterungen geh├Ârt und ihre vier Kinder mit den Worten zusammengetrommelt: Die Mauer ist gefallen. Gebannt sa├čen wir eine Stunde sp├Ąter vor der Tagesschau. Was kam, war nichts. Kein Wort, keine Meldung. Entt├Ąuscht gingen wir ins Bett. Und dann war ├╝ber Nacht doch das Wunder geschehen. Am n├Ąchsten Tag waren die Grenzen offen, der Kudamm bev├Âlkert, aus jeder Pore der Stadt kroch eine Gl├╝ckstimmung und ein Hochgef├╝hl, man weinte und lachte, sprach mit unz├Ąhligen Menschen, ging mit Fremden Kaffee trinken, offen und and├Ąchtig f├╝r ihre Geschichten ÔÇô eine Stimmung die, h├Ątte man sie in Marmeladengl├Ąser abf├╝llen k├Ânnen, heute unbezahlbar w├Ąre. In ihrem k├╝rzlich absolvierten Auslandsjahr in England wurde unsere gro├če Tochter eher nach dem Oktoberfest als nach der deutschen Geschichte gefragt. Als wir aber zwei englische Freundinnen am ÔÇ×Weltflughafen Sch├Ânefeld ÔÇô dort steht doch tats├Ąchlich ein Schild ÔÇ×Das Tor zur Welt ÔÇô abholten, war das erste Thema dann doch die Mauer und die dazugeh├Ârige Geschichte. ÔÇ×Schon cool meinte meine Tochter pl├Âtzlich zu ihren Freundinnen, ÔÇ×Meine Mutter ist Zeitzeugin, hat das alles miterlebt und ich lerne das jetzt aus Geschichtsb├╝chern in der Schule. Franziska Plesser Die Welt hat nichts gelernt Ich: Du hast von errichteten Mauern geh├Ârt, die noch heute oder wieder zwischen V├Âlkern gezogen werden. Doch die deutsch-deutsche Mauer spaltete ein Volk wie in Korea noch. Enkelin: Du hast nat├╝rlich recht, dass das was anderes ist als eine Mauer an Landesgrenzen, die Mauer mitten durch Stadt und Land. Ich: Ich konnte und wollte mich nicht DDR-B├╝rgerin nennen, es war ein unnat├╝rliches Konstrukt, ich bin Deutsche. Enkelin: Jemanden eine Identit├Ąt aufzuerlegen, ist immer grunds├Ątzlich falsch und sowieso nicht zu erzwingen. Wie du schon sagst, hast du dich selbst immer als Deutsche gesehen. Ich denke, dass ich die Problemstellung nicht so gut verstehen kann, da ich mich situationsbedingt nicht stark mit einem Staat identifiziere. Sondern durch gemischte pers├Ânliche Erfahrungen als nur mich selbst/Weltb├╝rger oder vielleicht noch am ehesten als EU-B├╝rger sehe. Es ist tragisch, dass euch dieses Gef├╝hl von Zusammengeh├Ârigkeit mit anderen V├Âlkern, L├Ąndern und Staaten damals vorenthalten wurde. Ich: Dein Gro├čvater wurde ungerechtfertigterweise vom Dienst durch die SED-Herrscher suspendiert. Es gab keine rechtliche Handhabe, mit der man sich dagegen wehren konnte. Enkelin: Einfach tragisch, dass man von Bekannten und Kollegen so ungemein in den R├╝cken gestochen worden ist. Und nicht nur das, sondern die wurden dann belohnt und man selbst betraft! Einfach unglaublich. Ich: Zur Beerdigung meines Bruders durfte ich nicht in den Westen reisen, zur Beerdigung meiner Mutter durften meine beiden anderen Br├╝der nicht reisen. Enkelin: Der Abschied von einem geliebten Menschen kann doch nicht von anderen get├Ątigt werden. V├Âllig unlogisch! Immer, wenn ich an das Ausreiseverbot in der DDR denke, ist es f├╝r mich schwer oder gar nicht zu verstehen. Wie k├Ânnen gen├╝gend Leute einen solchen Staat unterst├╝tzen, wo es doch sehr offensichtlich erscheint, dass da etwas nicht ganz rund l├Ąuft, wenn der Staat seine B├╝rger einsperren muss aus Angst, dass sie sonst fliehen. Ich: Kannst du dir vorstellen, welche Explosion der Fall der Mauer in mir ausgel├Âst hat? Enkelin: Na ja,. o.k., eksplosion (norw.) Es ist kein Wunder, dass dich und euch der Fall der Mauer schwer bewegt hat und erfreut hat. Mich wundert immer wieder, dass der Fall so friedlich vor sich ging. Was ich an der DDR so verst├Ârend finde, dass sie ihre Jugend so systematisch Gehirn gewaschen hat oder zumindest den Versuch unternommen hat. - Es freut mich f├╝r dich, dass du und der Rest unserer Familie die Freiheit erleben durften und seitdem in vollen Z├╝gen genie├čt. Und dass dadurch vielleicht sogar in mir Freiheitsgef├╝hl und Gerechtigkeitsgef├╝hl gest├Ąrkt wurden. Ich kann verstehen, dass dies alles jahrelange Nachwirkungen f├╝r deine Generation hat. Was mich aber unter Umst├Ąnden mehr bewegt, ist, dass die Welt offensichtlich nichts gelernt hat. Um solche weiteren Entwicklungen zu vermeiden, ist es sicher sehr wichtig, dass Jugendliche heute lernen, was damals passiert ist, auch wenn wir es nicht ganz verstehen k├Ânnen. Ich bin froh, durch dich, Mama und Papa so viel erfahren zu haben und froh, dass ich genau das verpasst habe! Ausz├╝ge aus einem Briefwechsel zwischen Annedore Kanthak und ihre 23-j├Ąhrigen Enkelin Lynn Marquardt, die seit ihrem 12. Lebensjahr in Norwegen lebt Wir wollten lieber Jeans kaufen 1945 war der von Deutschlands faschistischer NSDAP unter der F├╝hrung von Adolf Hitler verursachte Weltkrieg mit Millionen von toten und verletzten zu Ende. Die Siegerm├Ąchte USA, UdSSR, Frankreich und England teilten Deutschland und Berlin in vier Zonen auf. Der UdSSR fiel Ostdeutschland und Ostberlin zu. Aus dieser Zone wurde mit sowjetischem Einverst├Ąndnis die DDR, deren Regierungen daraus eine sozialistische, kommunistische Gesellschaft gr├╝nden wollten. Das Endziel dieser Gesellschaftsform sollte der klassenlose, kommunistische Arbeiter-und Bauernstaat werden, in dem die Menschen uneigentlich f├╝r die Gesellschaft, f├╝r den gleichberechtigten nicht konsumorientierten Menschen leben sollten. Auf der westlichen Seite standen dagegen die kapitalistischen, konsumorientierten, auf Expansion ausgerichteten Siegerm├Ąchte. Die meisten Menschen in der DDR hatten zwar einen Job, Wohnung und Kitaplatz, verdienten aber nicht so viel und gingen deshalb oft im Westen arbeiten und einkaufen. Dieser Zustand war f├╝r die wirtschaftliche Situation und somit f├╝r den Staat DDR nicht haltbar. Es wurde deshalb eine nur schwer┬á ├╝berwindbare Grenze gebaut. Sie bestand ├╝berwiegend aus Stacheldraht, in Berlin aus einer kilometerlangen Mauer. Die Grenze wurde von Soldaten schwer bewacht, so das nur wenige sie ├╝berwinden konnten und in den Westen fliehen konnten. Je l├Ąnger die Grenze bestand, desto weniger Menschen glaubten an die sozialistische, kommunistische Idee. ...


Gerhard Acker Schr├Âder, Der Ewige Mittelst├╝rmer

... Ja, ein bisschen in die Jahre gekommen ist er. Ein bisschen grauer, trotz der gesunden Sonnenbr├Ąune. Aber wenn der Altkanzler Wahlkampfluft wittert - dann d├╝rfen sie ihn ruhig rufen, die Genossen. Wer, wenn nicht er. Wahlkampf als Jungbrunnen, gewisserma├čen. Und wie er da so redet, wird deutlich, was sich seit 2005 ge├Ąndert hat. Von wegen basta und hier geht's lang. Das sagt noch nicht einmal mehr Schr├Âder selbst. Doch immerhin sagt er, wof├╝r er steht, wof├╝r seine Partei einstehen soll. Und wenn die Menschen ihn so sehen, was sehen ...

Gerhard Acker Schr├Âder, Der Ewige Mittelst├╝rmer

Speziell junge Menschen wollten lieber verreisen, wollten lieber Jeans kaufen, Musik h├Âren die sie wollten und frei entscheiden wo sie leben m├Âchten. Auch wollten die Menschen frei ihre Meinung sagen d├╝rfen. Vor 25 Jahren war die Unzufriedenheit so stark das viele junge DDR-Bewohner ├╝ber Drittl├Ąnder in den Westen flohen. Die damalige DDR blutete wirtschaftlich aus. Die Menschen konnten am 9. November durch gl├╝ckliche Begleitumst├Ąnde in den Westen ausreisen. Die Mauer fiel, der Staat DDR l├Âste sich auf. Deutschland war wieder vereint. Getrennte Familien konnten sich wieder in den Arm nehmen. So wurden wir wieder eine Nation.┬á Axel Wiechers, Vater von zwei T├Âchtern Wie ein Buch mir geholfen hat Meine ├Ąlteste Urenkelin Lena war 10 Jahre alt, als meine Enkelin, ihre Mutter, mich um Hilfe bat. Die Tochter sei mit dem Begriff ÔÇ×Mauer konfrontiert worden und verlange von den Eltern Information. Sie zeigten ihr Fotos und fuhren mit an einen Ort, der noch deutlich den Verlauf eines St├╝ckchens Mauer erkennen lie├č. Ihre Erkl├Ąrungen wies Lena mit dem Argument zur├╝ck, hier sei gar kein Platz f├╝r irgendeine Mauer. Hier verlaufe eine Stra├če, dort st├╝nden H├Ąuser, in denen Menschen wohnen; wo solle denn hier eine Mauer gestanden haben. Die Eltern, beide Mitte der 70er Jahre geboren, waren ratlos. ├ťber meine Vorgehensweise dachte ich tagelang nach und w├Ąhlte dann aus dem Buch von Thomas Scholze und Falk Blas ÔÇ×Halt! Grenzgebiet! geeignete┬á Fotos aus, die deutlich erkennen lassen: Diese Mauer durchquert und ├╝berrennt jedes Hindernis. In ihrem Verlauf stirbt das Leben. Ihr ├äu├čeres gleicht in jedem Fall einer aus Steinen gemauerten Wand. In einer Wasserstra├če, einem Kanal zum Beispiel, ist die Mauer gebildet aus einem engmaschigen Gitter, das bis an den Grund des Gew├Ąssers reicht. In unbewohntem Gebiet z.B. besteht sie aus hohen Z├Ąunen und einem breiten, unbebauten Streifen Erde. Diese ÔÇ×Mauer zieht sich rund um den kleinen Staat DDR und teilt Berlin in zwei Teile. Die Menschen, die in der DDR wohnen, d├╝rfen die Mauer nicht ├╝berwinden, ja nicht einmal in ihre N├Ąhe kommen. Daf├╝r gibt es nat├╝rlich einen Grund. Die regierenden Politiker der DDR sind der Meinung, ihr Staat sei der menschenfreundlichste der Erde, also k├Ânne es niemandem bessergehen als in der DDR, deshalb besitze niemand das Recht, die DDR f├╝r immer zu verlassen. Nicht wenige B├╝rger der DDR waren aber anderer Meinung. Ihre Flucht wurde mit Gewalt verhindert, und zwar durch die ÔÇ×Mauer , und zus├Ątzlich postierte Soldaten mit schussbereitem Gewehr. Eine gro├če Anzahl von Menschen wurde get├Âtet oder ins Gef├Ąngnis gesteckt f├╝r den Versuch, die DDR zu verlassen. Die Gefahr, ihr Leben zu verlieren, war ihnen bewusst. Es muss also schwerwiegende Gr├╝nde f├╝r eine Flucht gegeben haben. Fotos: Hier steht die Berliner Mauer heute noch Ein Saxophonspieler lehnt an einem Mauersegment der ÔÇ×East Side Gallery . Das farbenfrohe Kunstwerk namens ÔÇ×Worlds People ÔÇô Wir sind ein Volk stammt von dem russischen K├╝nstler Schamil Gimajew. Tycho Schildbach Der deutsch-iranische K├╝nstler Kani Alavi gestaltete diesen Mauerabschnitt der ÔÇ×East Side Gallery . Sein Kunstwerk tr├Ągt den Titel ÔÇ×Es geschah im November . Der deutsch-iranische K├╝nstler Kani Alavi gestaltete diesen Mauerabschnitt der ÔÇ×East Side Gallery . Sein Kunstwerk tr├Ągt den Titel ÔÇ×Es geschah im November . Der russische K├╝nstler Dmitri Wladimirowitsch Wrubel malte die ber├╝hmte Fotografie von Erich Honecker und Leonid Breschnew beim Bruderkuss auf die ÔÇ×East Side Gallery . Sein Werk tr├Ągt den Namen ÔÇ×Mein Gott hilf mir, diese t├Âdliche Liebe zu ├╝berleben . Entlang des Parks am Nordbahnhof verl├Ąuft ein l├Ąngeres St├╝ck der Hinterlandmauer. Auf der ├Âstlichen Seite joggen viele Berliner durch den Park, auf der anderen Seite ÔÇô im ehemaligen Todestreifen ÔÇô wird Beachvolleyball gespielt. Der l├Ąngste erhaltene Teil der Grenzmauer steht an der Bernauer Stra├če. Er wird seit 2010 durch rostige Eisenstangen erg├Ąnzt, die an einigen Stellen durchquert werden k├Ânnen. Die Idee dazu stammt von den Berliner Architekten Luis Mola und Henner Winkelm├╝ller. Rostrot leuchten die Stahlstangen auf der ehemaligen Grenze an der Bernauer Stra├če. Ein Holzkreuz an der Bernauer Stra├če erinnert an die Menschen, die bei der Flucht aus der DDR ermordet wurden. Die Grenzmauer an der Niederkirchnerstra├če liegt direkt hinter dem Ausstellungsgraben der ÔÇ×Topographie des Terrors . In der Mauer klafft ein gro├čes Loch, das den Blick auf die Niederkirchnerstra├če freilegt. Umgeben von Wohnh├Ąusern steht ein denkmalgesch├╝tzter Grenzwachturm in der Kieler Stra├če. Er dient heute als Gedenkst├Ądte f├╝r G├╝nter Litfin, der bei seinem Fluchtversuch 1961 als erster Mensch von DDR-Grenzsoldaten erschossen wurde. Auf dem Invalidenfriedhof verblieb ein relativ langer Abschnitt der Hinterlandmauer. Die Tafeln zeigen Originaldokumente zum Tod des DDR-Fl├╝chtlings G├╝nther Litfin und des DDR-Grenzsoldaten Peter G├Âring. Rechts: Ost-Berlin ÔÇô Links: Todestreifen. Bis zum 9. November war das die Realit├Ąt auf dem Invalidenfriedhof. Der ehemalige DDR-Grenzturm in Hennigsdorf dient heute als Museum. Er liegt direkt an der Uferpromenade und l├Ądt viele Fahrradfahrer und Spazierg├Ąnger zum Verweilen ein. Die Besucher k├Ânnen Teile der Originaleinrichtung des ehemaligen Grenzturmes sehen. Mit diesem Fernrohr wurde zu DDR-Zeiten nach Fl├╝chtlingen Ausschau gehalten. Heute gew├Ąhrt es einen tollen Blick auf den Nieder-Neuendorfer See. Im Mauerpark wird die Hinterlandmauer von Graffiti-K├╝nstlern als ├ťbungsfl├Ąche genutzt. Am Griebnitzsee in Potsdam erinnert ein St├╝ck Hinterlandmauer mit einem gro├čen Holzkreuz an die Todesopfer an der Berliner Mauer. An der Schillingbr├╝cke unweit des Ostbahnhofs verkaufen Imbissbuden afrikanische und jamaikanische Spezialit├Ąten. Unscheinbar dahinter: Teile der Berliner Mauer. An der Schillingbr├╝cke trifft man auf Mauerkunst mit versteckten Botschaften ÔÇô und H├Ąuser mit ├Ąu├čerst direkten Botschaften. Auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig der Liesenstra├če versteckt sich hinter hohen Str├Ąuchern einer der letzten drei erhaltenen Grenzmauerabschnitte. Die meisten Mauerreste geh├Âren n├Ąmlich der Hinterlandmauer an, die direkt an das Ost-Berliner Stadtgebiet angrenzte. Etwa hundert Meter entfernt auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig befindet sich dieses einsame Segment der Hinterlandmauer. Ein Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen in der Erna-Berger-Stra├če. Er wurde allerdings wegen Bauarbeiten um einige Meter vom Originalstandort versetzt. Teile der Hinterlandmauer stehen am Potsdamer Platz. Sie wurden ...


Warum Ich Ein L├Âwe Bleibe

... ich bereits mit Biero gesprochen: Sag mir Bescheid, wenn irgendwas ist, wir k├Ânnen gerne dar├╝ber sprechen, was auch immer passiert , schilderte er. Dann haben wir uns recht z├╝gig zusammen telefoniert, auch wenn es kompliziert war. Ich bin zuversichtlich, dass es bald klappt. Er will 1860-Youngstern vorangehen Er sei jetzt 32 geworden, aber er sehe sich noch fit genug, um mehrere Jahre weiterzuspielen, meinte er weiter. Die Jungs stehen jetzt im Fokus, da braucht es ein paar Spieler, die ihnen Halt geben k├Ânnen. Als solchen ...

Warum Ich Ein L├Âwe Bleibe

erst nachtr├Ąglich wieder aufgestellt und durch Informationstafeln erg├Ąnzt. Separat daneben befindet sich ein einzelnes Mauersegment am Potsdamer Platz. Tausende DDR-B├╝rger str├Âmten am 9. November 1989 zum Grenz├╝bergang Bornholmer Stra├če. Um 23.29 Uhr ├Âffneten die ├╝berforderten Grenzposten schlie├člich das Tor. Informationstafeln gegen├╝ber dem erhaltenen Mauerabschnitt erinnern an diesen historischen Moment. An der Treptower Puschkinallee steht ein denkmalgesch├╝tzter, zw├Âlf Meter hoher Wachturm. Der ehemalige Grenzstreifen geh├Ârt nun zum Park Schlesischer Busch. Gegen├╝ber dem ehemaligen Grenzturm ist an der Puschkinallee auch noch ein Teil der Hinterlandmauer erhalten geblieben. An der Ecke Neudecker Weg/Rudower Stra├če umgibt ein St├╝ck Hinterlandmauer den Kiesteich. An dieser Stelle sagte ich Lena, dass die Gr├╝nde kompliziert zu erkl├Ąren seien, da man ├╝ber umfangreiche Kenntnisse der geschichtlichen Ereignisse verf├╝gen m├╝sse, um zu verstehen. Wir w├╝rden das Gespr├Ąch fortsetzten, wenn sie ein wenig ├Ąlter ist Lena ist jetzt fast zw├Âlf und besucht bereits ein Gymnasium. Sollte sie erneut fragen (womit ich rechne), dann werde ich versuchen, in pr├Ągnanter K├╝rze die geschichtlichen Ereignisse zu erl├Ąutern, die zur Teilung Deutschlands f├╝hrten. Lena wei├č durch Gespr├Ąche in der zahlreichen Verwandtschaft, dass viele DDR-B├╝rger mit ihrem Leben sehr zufrieden waren, denn sie wohnten billig und waren, ihren Bed├╝rfnissen entsprechend, mit allem Lebensnotwendigen versehen. Hier bietet es sich an, zum Vergleich das ÔÇ×zahme Pferd anzuf├╝hren, das ÔÇ×im Stall gef├╝ttert wird. ÔÇ×Zahme Pferde sind brav, tun ihre t├Ągliche Pflicht und lieben ihren Ern├Ąhrer. Die zahmen DDR-B├╝rger gingen noch einen Schritt weiter: Sie bejubelten zu befohlenen und nicht befohlenen Anl├Ąssen ihre Ern├Ąhrer. Wer allerdings nicht laut mitjubelte, der wurde nicht selten in der beruflichen Entwicklung behindert oder erlebte sogar im Privatleben Nachteile. An dieser Stelle besteht Raum f├╝r das Erz├Ąhlen von Geschichten, also die Wiedergabe von Erfahrungen und Erlebnissen. Parallel zu diesem Geschehen entwickelte sich eine immer zahlreicher werdende Gruppe von Menschen, die sich nicht z├Ąhmen lie├čen. Sie dr├Ąngten auf Ver├Ąnderung der Verh├Ąltnisse, weil sie mit dem Futter allein nicht zufrieden waren. In Versammlungen und Demonstrationen auf den Stra├čen forderten sie, ihr Leben auch kritisch sehen zu d├╝rfen, Ansichten und Meinungen ├Ąu├čern zu d├╝rfen, ohne mit Repressalien oder Verhaftung rechnen zu m├╝ssen. Sie hofften, ÔÇ×die da oben w├╝rden einsehen, dass Menschen nicht im ÔÇ×Stall zu halten sind. Aber die Herrschenden reagierten immer brutaler und die unterdr├╝ckten Menschen wurden immer mutiger. Auch hier sollten unbedingt Berichten stehen von eigenen Erlebnissen: z.B. Gethsemane-Kirche, Deutsches Theater. Als die Lage in der DDR zu explodieren schien, waren die Herrschenden zu Zugest├Ąndnissen bereit, die darin bestanden, dass jeder, der die DDR verlassen will, dies auch tun darf. Allerdings versehen mit einem g├╝ltigen Pass, der kurzfristig und problemlos auszustellen sei. Diese Anordnung, die einen umfangreichen b├╝rokratischen Vorgang erfordert, muss von den herrschenden offenbar in Panik, also un├╝berlegt, getroffen worden sein. Verk├╝ndet wurde sie auf einer Pressekonferenz, l├Âste Verwirrung und deshalb Nachfragen aus. ÔÇ×Sofort tr├Ąte die Verordnung in Kraft, sagte der Mitregierende G├╝nter Schabowski. Wann mit dem Ausstellen der P├Ąsse begonnen wird, sagte er nicht. Die Pressekonferenz wurde┬á fand am Donnerstag, dem 09.11.1989, zu abendlicher Stunde statt. Beginnt ein Verwaltungsapparat an einem Freitag mit der Bew├Ąltigung einer Riesenaufgabe? Niemals! Sofort ÔÇô das bedeutete: am Montag um acht Uhr! Die Pressekonferenz wurde umgehend vom Fernsehen der Bundesrepublik ├╝bertragen. DDR-B├╝rger, besonders die Berliner, pflegten den ÔÇ×Westen zu gucken. F├╝r den Nachrichtensprecher Hans-Joachim Friedrichs bedeutete das Wort ÔÇ×sofort das, was es ja auch meint: sofort! Jetzt ÔÇô gleich ÔÇô in diesem Augenblick! Und da rannten die Berliner los! Richtung Mauer! Sie wollten auf die andere Seite der Mauer ÔÇô sofort! Als die ÔÇ×Mauer gebaut wurde, hielt ich sie Idiotie, weil nicht durchf├╝hrbar. Dann wurde sie zur schmerzenden Wunde. Heute halte ich sie und besonders die Umst├Ąnde ihres ÔÇ×Falls f├╝r einen Witz der Weltgeschichte, ohne die Menschen zu vergessen, die gelitten haben. Helga Hauthal Mein lieber Sohn, in den n├Ąchsten Wochen werden Dir anl├Ąsslich des Mauerfalls vor 25 Jahren wieder viele vernichtende Kommentare und Begriffe, wie Schandmal der DDR-Oberen, Todesstreifen oder Gef├Ąngnis f├╝r die DDR-B├╝rger in Schule und Medien ├╝ber den Weg laufen. Um Dir diese Zumutungen ein wenig lebendiger zu gestalten und vor allem auch etwas mehr Hintergrund hineinzutragen, m├Âchte ich Dir aus meinem pers├Ânlichen Erleben einiges dazu sagen. Mit dem Kriegsende 1945 gab es verschiedene Konferenzen der Siegerm├Ąchte zur weiteren Verfahrensweise mit dem am Boden zerst├Ârten Deutschland. Ein Ergebnis davon war die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungsgebiete und zu allem ├ťberfluss auch die Analoge Aufteilung Berlins, das sich jedoch mitten in der sowjetischen Besatzungszone befand. Die ebenfalls vereinbarten, aber sehr unterschiedlich praktizierten Reparationsleistungen, die an die Siegerm├Ąchte zu erbringen waren, f├╝hrten schnell zu einem industriellen und strukturellen Unterschied zwischen Ost und West. W├Ąhrend die drei Westm├Ąchte sp├Ątestens 1948 mit der Demontage der Industriekapazit├Ąten aufh├Ârten und sich insbesondere die USA mit der zwangsweisen Abwerbung von technischen und wissenschaftlichen Spitzenkr├Ąften zufriedengaben, demontierte die Sowjetunion bis Anfang der 50er Jahre flei├čig weiter, was praktisch zum totalen Zusammenbruch der ostdeutschen Industrie f├╝hrte. Auch die Infrastruktur wurde mit der Demontage des zweiten Gleises der Eisenbahn im ganzen Land betr├Ąchtlich geschw├Ącht. Gleichzeitig trat in den von den Westm├Ąchten besetzten Landesteilen 1948 der Marshallplan in Kraft, der mit vielen Dollarmilliarden den Aufbau des Landes beschleunigte. Gegens├Ątzlicher konnte die Entwicklung in Deutschland zwischen Ost und West, und damit auch innerhalb der Stadt Berlin, nicht ablaufen. Dieses Gef├Ąlle im Lebensstandard f├╝hrte schnell zu einem deutlich sichtbaren Unterschied der Lebensbedingungen der Menschen, was durch die Ideologisierung des Alltags im Ostteil noch st├Ąrkere Ausma├če annahm. Zum Knall beim Auseinanderdriften von Ost und West f├╝hrte die Einf├╝hrung einer eigenen W├Ąhrung 1948 in den Westteilen ...


Db-Mitarbeiter Zerren Schwarzfahrer Brutal Aus Der Bahn

... Sicherheitskr├Ąfte den Mann ungew├Âhnlich hart an und bef├Ârderten ihn schlie├člich im Schwitzkasten aus der Bahn. In einem von ihr selbst aufgenommenen Video, mit dem Miletic ihre Beobachtungen belegt, ist deutlich zu h├Âren, wie der Mann zwischenzeitlich laut aufst├Âhnt. Dennoch ist zu sehen, wie die DB-Mitarbeiter weiter unbeirrt an ihm zerren und schlie├člich auf dem Bahnsteig auf den Asphalt dr├╝cken. Sicherheitsleute d├╝rfen vorerst nicht auf Streife gehen Ebenfalls auf dem Video zu sehen: Immer wieder versuchen weitere Fahrg├Ąste und die Journalistin die Sicherhe ...

Db-Mitarbeiter Zerren Schwarzfahrer Brutal Aus Der Bahn

Deutschlands und Berlins. Damit waren das Land und die Stadt endg├╝ltig gespalten und das Gef├Ąlle der Lebensverh├Ąltnisse trieb die Menschen von Ost nach West. Bis zum Bau der Mauer 1961 sollen es mehr als 2 Millionen gewesen sein. Besonders innerhalb Berlins wurde das Leben f├╝r die ├Âstlichen Bewohner aus dieser Situation heraus immer schwieriger. Durch den einsetzenden Wechselkurs zwischen der West- und der Ostmark, der sich durch das Leistungsgef├Ąlle und Spekulationen auf durchschnittlich 1 DM-West gegen 5 DM-Ost und in der Spritze bis auf 1 : 8 aufschaukelte, wurde das Leben in Ostberlin immer schwieriger. Ostberlin konnte durch den Wechselkurs praktisch f├╝r Pfennige ausgekauft werden. F├╝r 50 Westpfennige ein St├╝ck Butter, f├╝r 2 Westmark ein ausgiebiger Restaurantbesuch, f├╝r 3 Westmark in die Oper. Als Gegenma├čnahme verf├╝gte der Ostberliner Magistrat das Vorzeigen des DDR-Personalausweises bei jedem Einkauf, bei jedem Gastst├Ąttenbesuch bis hin zum Friseur. Die Probleme wurden immer gr├Â├čer, einmal f├╝r den einzelnen Menschen, aber auch f├╝r den DDR-Staat. Die Kontrollen an den bislang offenen Grenz├╝berg├Ąngen und in den grenz├╝berschreitenden S-Bahnen nahmen immens zu, um den Warenverkehr und das Ausschmuggeln der DDR-Mark nach Westberlin einzud├Ąmmen. Dazu kam die weitere Abwanderung der Menschen nach dem Westen, die in Berlin problemlos vonstattengehen konnte. Ich erinnere mich, dass in der 10. Klasse unser Sportlehrer und in der 11. unsere Mathelehrerin und Klassenleiterin abhandenkamen. Mit dem Doktor, der mich seit Kindertagen behandelte, war es nicht anders. Der politische Schaden aus dieser Situation auf dem internationalen Parkett war nicht geringer. Welche Bedeutung hatte ein Land mit so einer offenen Durchlassstelle nach innen und au├čen? Jedes andere zivilisierte Land der Welt hatte nat├╝rlich seine Grenzen unter Kontrolle, nur die DDR nicht. Dies f├╝hrte auch dazu, dass an der Stadtgrenze von Berlin zum Umland auf Stra├čen, Autobahnen und in Z├╝gen Kontrollen der aus- und einreisenden Leute stattfanden und sie ├╝ber ihre Ziele und Absichten befragt wurden. Insgesamt war die Situation Ende der 50er Jahre hoch gespannt und f├╝r den Staat unertr├Ąglich geworden. Wie h├Ąttest du, mein Sohn, als Entscheidungstr├Ąger in der Regierung dar├╝ber befunden? Und so kam es, dass im August 1961 quer durch Berlin, entlang der sowjetischen Sektorengrenze eine Mauer gezogen wurde, quer durch die Familien, die verbindenden Stra├čen und die S- und U-Bahn-Trassen. Wie Du verstehen wirst, waren die Folgen f├╝r die Menschen enorm und es brauchte Jahre, einigerma├čen Normalit├Ąt in die Stadt zu bringen. Die Alternative zur Mauer w├Ąre 12 Jahre nach der Staatsgr├╝ndung der zerfall gewesen. Das konnte die Regierung und vor allem auch nicht die Sowjetunion als Tr├Ąger dieses Landes zulassen. Kein anderer Staat h├Ątte in solch einer Situation seine Existenz aufs Spiel gesetzt. Zu besch├Ânigen gibt es an der Mauer nichts. ES war tats├Ąchlich ein unertr├Ągliches Vehikel. Aber war es nicht eher ein Schandmal der Nachkriegsgeschichte statt der DDR? Die Zusammenh├Ąnge sind komplizierter und man muss schon ein bisschen dahinter schauen. Die einfachen Vorw├╝rfe und Beschuldigungen die heute, 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer in Serie fallen werden, sind keine Erkl├Ąrung f├╝r die geschichtlichen Umst├Ąnde, die erst einmal zum Bau dieser Mauer f├╝hrten. Ich denke, niemand hat sich gefreut, aber sie heute als Verk├Ârperung des B├Âsen hinzustellen, trifft nicht die Ursachen, die zum Bau f├╝hrten. Die DDR war nicht in der Lage mit ihren schwachen Verb├╝ndeten im europ├Ąischen Osten die beabsichtige neue Gesellschaftsordnung aufzubauen. Das lag an ihren eigenen Schw├Ąchen auf ideologischem und materiellem Gebiet. Der Mauerbau geh├Ârte zu diesem Versuch, denn sonst w├Ąre er schon nach 12 Jahren zu Ende gewesen. Heute undifferenziert dar├╝ber den Stab zu brechen ist falsch und entspricht nicht den geschichtlichen Zusammenh├Ąngen dieser Zeit. Wolfgang G├Ârne Es ging uns gut Regelm├Ą├čig, an unseren Geburtstagen, wurde heftig ├╝ber Ost-West diskutiert. Mein Satz und Wunsch hie├č jedes Mal: Ich m├Âchte noch einmal ├╝ber den Kudamm gehen! Ich w├╝rde bestimmt wieder kommen! Denn es ging uns gut! Die Arbeit machte Spa├č. Wir fuhren mit unseren Sch├╝lern an die Ostsee zelten. Wir brachten ihnen das Tanzen bei. Wir hatten mit ihnen immer ein Theateranrecht. 14-t├Ągig gab es Pioniernachmittage. Da gab es z.B. Erdbeerkuchen von den Muttis. Wir sammelten auch Pilze mit den Sch├╝lern. Auf Elternversammlungen hab ich nie zum W├Ąhlen aufgerufen! ├ťber Politik hab ich auch nicht diskutiert! Wir waren nicht in der SED und keine Stasi-Mitarbeiter. Kleidung kauften wir meist in der Jugendmode (Br├╝derstr.) und manchmal (Weihnachten oder Geburtstag) im Exquisit. Unsere Kinder trugen Jeans und guckten West-Fernsehen. Dann fiel die Mauer! Mit meiner Tochter fuhr ich nach Westberlin. Ich hatte Angst, ich komme nicht wieder nach Hause! Es war eine sch├Âne Zeit des ├ťbergangs. Aber jetzt bin ich froh, Rentner zu sein. Dieses Ungewisse jetzt ÔÇô behalten die Kinder ihre Arbeit ÔÇô werden die Enkel nicht gemobbt ÔÇô k├Ânnen wir unsere alten Tage bezahlen (Heim, Krankheit) ÔÇô was wird mit Miete, Strom, Gas? ÔÇô macht mich oft niedergeschlagen. Ingrid Sonnemann, Sch├Ânefeld Was ein Schulkonflikt iim Herbst 1988 uns lehrt Schon als Sch├╝ler habe ich mich f├╝r Geschichte interessiert, insbesondere f├╝r die Gro├čen Revolutionen der Neuzeit. Allerdings bedr├╝ckte es mich, dass ich selbst nie eine historische Z├Ąsur erleben w├╝rde. In der DDR waren wir ja schon am Ende der Geschichte. Es fehlte nur noch die letzte Stufe zum Kommunismus. Ohne Revolution. Im Unterricht wurde uns eine Weltkarte gezeigt. Und unsere Geschichtslehrerin, die zugleich SED-Parteisekret├Ąrin der Schule war, strahlte: Im neuen Jahrtausend werde alles rot sein. Rot war in den 1980er-Jahren der Osten Europas und nur ein Staat in Amerika. Umso begeisterter haben wir Fidel beim Staatsbesuch in Pankow zugewinkt. Zweifel kamen erst sp├Ąter. Geschichtslehrer wollte ich auf keinen Fall werden, obwohl ich schon damals eine p├Ądagogische Ader in mir sp├╝rte. Stattdessen wollte ich ins Archiv. Zu den Fakten. Auch so eine Illusion. Dann kam der Mauerfall, und ich machte r├╝ber: von der Humboldt-Universit├Ąt an die Freie Universit├Ąt Berlin. Studierte nun Geschichte - auf Lehramt. Die Einstiegsfrage des Professors in meiner Examenspr├╝fung ├╝ber die Geschichte Russlands l├Âste bei mir einen kalten Schauer aus: ÔÇ×War Lenin nun ein Verbrecher? Das fragen meine Sch├╝ler heute nicht. Sie kennen Lenin nicht. Und die ...


Die Stars Sind Bereits Wieder Am Schwitzen

... tagram dokumentierte. Richtig Vollgas gab Ex-Bachelor Rafael Beutl (30): Er legte gestern nach dem Feiern mit der Familie in der Innerschweiz einen 15-Kilometer-Lauf hin. Ein von Ayda Field Williams (@aydafieldwilliams) gepostetes Video am 27. Dez 2016 um 1:40 Uhr 32 Kommentare Kommentarfunktion geschlossen Die Kommentarfunktion f├╝r diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeitr├Ąge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese m├Âglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb k├Ânnen Storys, die ├Ąlter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert ...

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Gro├če Sozialistische Oktoberrevolution hei├čt jetzt schlicht: Russische Revolution. Daf├╝r hei├čt unsere Wende in den Geschichtsb├╝chern nun Revolution. Pr├Ąziser: Friedliche Revolution. Wenn ich als Geschichtslehrer, zurzeit an einem Gymnasium in Hohensch├Ânhausen, das Thema DDR unterrichte, atme jedes Mal erleichtert auf, wenn ich es geschafft habe. Aus drei Gr├╝nden. Die DDR ist in Berliner Schulen ein Thema der 10. Klasse - kurz vor den Sommerferien, wenn alle mental schon auf der Abschlussfahrt sind. Einige Lehrer thematisieren sie gar nicht, weil in der 8. und 9. Klasse zu lange die Gro├čen Revolutionen behandelt wurden oder Unterricht ausfiel. Der real existierende Sozialismus f├Ąllt dann der Zeitknappheit zum Opfer und wird somit - nicht bewusst, wie h├Ąufig behauptet wird ÔÇô auf dem Schulm├╝llhaufen der Geschichte entsorgt. Der zweite Grund: Ich bin Zeitzeuge. Also nur ansatzweise objektiv. Aber das ist f├╝r die Sch├╝ler kein Problem. Denn ÔÇô das ist der dritte Grund - sie finden die DDR einfach nicht interessant. Im Westen wie im Osten. ÔÇ×Ist Hitler schon vorbei? , wollte im letzten Jahr ein Zehntkl├Ąssler wissen, als ich die doppelte Staatsgr├╝ndung ausrief. Schon vor Jahren habe ich mich daher - nicht nur aus Zeitgr├╝nden - f├╝r das didaktische Prinzip der Exemplarit├Ąt entschieden: Im Rahmen der Unterrichtseinheit ÔÇ×Das geteilte Deutschland (1949-1990) behandle ich einen Schulkonflikt in einer Ostberliner Schule im Herbst 1988, in dem Sch├╝ler aufgrund einer Kritik an den Milit├Ąrparade zum DDR-Geburtstag bestraft bzw. von der Schule flogen. Die Quellenlage f├╝r diese Fallanalyse ist nahezu ideal. Zudem lassen sich anhand dieses Konfliktes die Strukturen des Systems aufbl├Ąttern, in dem es auch Handlungsalternativen gab, die dann abschlie├čend von den Sch├╝lern diskutiert werden. Die Debatte, warum die DDR eine Diktatur bzw. ein Unrechtsstaat war, musste ich den Sch├╝lern im Leistungskurs Geschichte etwas aufdr├Ąngen. Es war f├╝r sie keine Kontroverse. Die Kriterien f├╝r eine Diktatur lassen auch kaum Spielraum zu. Und in politischer Hinsicht war in der DDR Unrecht System. Dass die Mehrheit der ostdeutschen Eltern den Begriff ÔÇ×Unrechtsstaat ablehnt, ist mir bewusst und wird auch angesprochen. Es f├Ąllt auf, dass unsere Kinder viel zu selten fragen: Was hast du damals eigentlich getan ÔÇô oder nicht? Generell wird zu wenig gefragt. Wenn Fragen kommen, geht es meist um die Teilung: Warum gab es im 1961 keine Massenproteste gegen den Mauerbau? Warum blieben so viele in der DDR und haben bis zum Schluss an den besseren Staat auf deutschem Boden geglaubt? Und Sch├╝ler wollten auch schon wissen: Warum sind Sie eigentlich nicht im Sommer 1989 geflohen? Auf diese Fragen eine differenzierte, nachvollziehbare und vor allem nicht ausufernde Antwort zu geben, stellt f├╝r mich eine echte Herausforderung dar. Das Kaiserreich kann ich problemlos in wenigen S├Ątzen zusammenfassen, die DDR nicht. Emotionalit├Ąt gestatte ich mir in meinem Geschichtsunterricht ├╝ber die DDR nur zum Schluss: Mein erster Gang in den Westen ÔÇô zusammen mit meinem Vater ÔÇô auf der Bornholmer Br├╝cke am 9. November 1989. An der wei├čen Markierung sahen wir uns an und riefen nicht ÔÇ×Wahnsinn . Mein Vater meinte nur trocken, das sei das Ende der DDR. In dem Moment war mir das egal. Ich genoss endlich (m)eine historische Z├Ąsur.┬á┬á Robert Rauh, Geschichtslehrer in Berlin-Hohensch├Ânhausen Ich mache mir bis heute Vorw├╝rfe Sie┬á schreiben dar├╝ber, wie man heute der jungen Generation den Mauerfall erkl├Ąren will. Kaum zu erkl├Ąren ist┬á aber, dass es im Westen eine geringe Zahl von Menschen gab, die das System der DDR unterst├╝tzten, meist aus vordergr├╝ndiger politischer ├ťbereinstimmung. Viele von ihnen geh├Ârten der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW) an, deren Parteivorstand in der Otto-Suhr-Allee sa├č, wobei ich es nicht f├╝r einen Zufall halte, dass die Stra├če ausgerechnet diesen Namen t├Ątig. Die Zuwendung geschah in der guten┬á┬á Absicht, die politische Konfrontation zu ├╝berwinden, war aber schlecht gel├Âst. So lie├č man sich von der SED zu Delegationsfahrten einladen, verga├č dar├╝ber aber die politischen Konflikte in der DDR und wollte sie bewusst nicht zur Kenntnis nehmen. Man glaubte sogar den Verleumdungen der SED, was ich mir noch heute zum Vorwurf mache. Martin Roski Erinnerungen am Brandenburger Tor┬á Meine Tochter ist 4 Jahre alt. Manchmal kommen wir am Bahnhof Brandenburger Tor vorbei, wo die Bilder der Menschen auf der Mauer am 9.November zu sehen sind. Ich hab ihr dann erz├Ąhlt, das Deutschland fr├╝her aus 2 L├Ąndern bestand, mit einer Mauer dazwischen, ihr Vater auf der einen Seite, ihre Mutter auf der andern Seite. Und dass die Menschen auf der Mauer das nicht mehr wollten und deswegen auf die Mauer geklettert sind. Und heute nun leben Ihre Mutter und ihr Vater zusammen und sie ist deswegen geboren, weil Deutschland heute ein Land ist. Sie sagt, sie findet das gut und die Mauer war bl├Âd. Stefan Altenkamp Ein Rockkonzert im SO36 Wir waren schon ein komisches Paar, 1995, als wir uns bei einem Rockkonzert im Kreuzberger SO36 kennenlernten. Katholische Beamtentochter aus dem Rheinland, Studentin der Geisteswissenschaften, und Tischlergeselle aus Berlin-Gr├╝nau, der nach der Wende sofort das Abitur, zu dem er in der DDR nicht zugelassen worden war,┬á auf der Volkshochschule nachgeholt hatte. Inzwischen ist die Studentin Fachfrau f├╝r Marketing und der Tischler Handwerksmeister und Betriebswirt. Komisch kommt dieses Paar niemandem mehr vor, weder in ihrer Heimat noch in seiner. Als 2003 das erste gemeinsame Kind auf die Welt kam, sprach der Gro├čvater aus dem Westen: ÔÇ×Dann ist die deutsche Einheit ja jetzt perfekt ! Die Begriffe Ost und West haben in unserer Beziehung jedoch immer eine gro├če Rolle gespielt. Immer, wenn die Kinder fragen, wie Mama und Papa sich kennengelernt haben, m├╝ssen wir ihnen erkl├Ąren, dass es sie beide ohne die Wende gar nicht g├Ąbe. Dass Mamas Familie nur gegen ÔÇ×Eintrittsgeld in die DDR reisen konnte und Papas Familie gar nicht in die Bundesrepublik. Dass Papa seine eigene Oma, die vor dem Mauerbau ohne ihre Tochter nach Bremen gefl├╝chtet war, erst mit 6 Jahren in der Tschechoslowakei erstmals zu Gesicht bekam. Und dass es in der Kaufhalle in Gr├╝nau weder Coca-Cola noch Snickers noch Nutella zu kaufen gab. Wenn wir alle vier zusammen mit der S-Bahn unterwegs sind, versuchen wir, die Teilung der Stadt nachzuvollziehen. Wo war Osten, wo Westen? Und wo war die Mauer? Wir erinnern uns an das David-Bowie-Konzert am Reichstag, das die Musikfans aus der DDR nur hinter der Mauer erleben konnten. ...


Visite In Der Charit├ę-Kinderklinik

... ihrem Bettchen auf die Brust von Papa und Mama gelegt werden zu d├╝rfen. Auf den Monitoren sehe ich, was jeder im Raum sp├╝ren kann: Die Kinder f├╝hlen sich wohl, ihr Herzschlag beruhigt sich, sie atmen weniger hektisch, schlie├čen die Augen und genie├čen die N├Ąhe. Der Chefarzt Christoph B├╝hrer beschreibt die Herausforderung so: Wir sind hier eine Intensivstation, die gleichzeitig auch Wohnzimmer ist. Und daf├╝r haben wir ├╝ber einen F├Ârderverein mit Spendenmitteln Stellw├Ąnde angeschafft, damit sich die Eltern auch ein bisschen vor Blicken sch├╝tzen ...

Visite In Der Charit├ę-Kinderklinik

Wir erkl├Ąren die Geisterbahnh├Âfe, an denen die West-U-Bahnen niemals hielten. Und wir freuen uns, dass Museumsinsel und Naturkundemuseum jetzt einfach in der Stadtmitte liegen, ganz ohne Ost und West. Wir haben aber auch zusammen Point Alpha in der Rh├Ân besucht, um den Kindern zu zeigen, dass die deutsche Teilung keine Folklore war, sondern bittere Realit├Ąt. Dort, am im Original erhaltenen Teil des ehemaligen Grenzstreifens, waren Ossi wie Wessi pl├Âtzlich wieder ersch├╝ttert ├╝ber die offensichtliche Grausamkeit des Eisernen Vorhangs und dar├╝ber, dass beide Seiten diesen Zustand so viele Jahre f├╝r normal gehalten hatten. Die Kinder dagegen k├Ânnen sich die real existierende deutsche Teilung trotz dieser Lehrstunden nicht vorstellen. Und wir uns meistens auch nicht mehr, wenn wir ganz ehrlich sind. Kerstin Jennes, Berlin-Friedrichshagen Was man nicht selbst erlebt hat, kann man nicht nachempfinden Ich bin Jahrgang 1948, also Nachkriegsgeneration und in der DDR┬á aufgewachsen. Habe noch die Kriegsruinen im Ged├Ąchtnis und auch Gespr├Ąche mit Eltern und Verwandten, wie schlimm und grausam der Krieg war. Konnte, oder kann man Leid nachempfinden? Wie h├Ątte man mir diese Situation ganz nah und zum F├╝hlen beibringen sollen? Wollte ich das denn ├╝berhaupt? Wollen alle jungen Leute die Zeit nahgebracht haben? Was ich nicht selbst erlebe, ob Leid oder Freud, kann ich nicht nachempfinden. So kann man also unser Leben mit der Mauer nicht erkl├Ąren.┬á┬á Gabriele Bretschneider Der unvergessliche Tag des Mauerbaus Hier geblieben! An den Tag, an dem die ÔÇ×Mauer gebaut wurde, n├Ąmlich am 13. 8. 1961, mag niemand mehr denken. Alle Menschen hier wie ÔÇ× dr├╝ben hatte dieses Ereignis geschockt und w├╝tend gemacht. Diese Mauer hatte Familien getrennt und vielen den Zugang zum Arbeitsplatz versperrt. Viel Leid war entstanden und viele Tr├Ąnen waren geflossen. War das noch unsere Heimat? Geteilt durch so einen Schandbau? Die Welt sah auf uns und begriff nichts. Wer hier nicht lebte, konnte nicht nachvollziehen, was das f├╝r jeden einzelnen bedeutete. Am 12. 8. hatten wir noch mit unseren beiden kleinen Kindern Freunde im Westteil Berlins besucht und auch einen Termin zu einem Gegenbesuch bei uns gemacht. Als wir abends nach Hause fuhren, war nichts von diesem Vorhaben zu sp├╝ren gewesen. Aber am n├Ąchsten Morgen h├Ârten wir im Radio von dem Unfassbaren. Westberlin war abgeriegelt, wir konnten nicht mehr hin├╝ber und die Westberliner nicht mehr zu uns. Was f├╝r ein schrecklicher Tag! Wir konnten gar nicht gleich ermessen, was man uns angetan hatte. Ich hatte noch Walter Ulbrichts Worte im Ohr: ÔÇ×Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen! Welch eine L├╝ge! Die Berliner lebten von nun an in zwei Systemen, die einen im Kapitalismus und die anderen, also wir, im Sozialismus. Dieser Zustand hielt bis zum Fall der Mauer am 9. 11. 1989 an. Wir haben uns oft gefragt, ob wir am 12.8.1961, an dem Tag, an dem wir unsere Freunde besuchten, dr├╝ben geblieben w├Ąren, h├Ątten wir von dem Vorhaben der Machthaber gewusst. Im Nachhinein m├╝ssen wir ehrlich gestehen; wir w├Ąren trotzdem heimgefahren. Hier war unser Zuhause, hier lebten unsere Eltern und Geschwister von denen wir uns nicht getrennt h├Ątten. Auch hatten wir uns gerade eine eigene Wohnung neu eingerichtet. Und wir hatten hier unsere Arbeit. Hier war unsere Heimat und sie ist es bis heute. Heute sind wir gl├╝cklicherweise wieder vereint, und unsere Freunde besuchten uns schon oft seit der Mauer├Âffnung. Viele St├Ądtereisen haben wir inzwischen auch gemacht, doch unser vereintes Berlin, unsere Heimat, gef├Ąllt uns am besten. Erika Reichelt Ein Paket voller Sch├Ątze Als sich der Mauerfall vor 5 Jahren zum 20. Mal j├Ąhrte, ging unser ├Ąltester Sohn in die 4. Klasse. Die Sachkundelehrerin der Evangelischen Schule in Pankow hatte Zeitzeugen unter Eltern und Gro├čeltern aufgerufen, in den Unterricht zu kommen und von ÔÇ×damals zu erz├Ąhlen. Ich fand diese Einladung gro├čartig und vor allem wichtig. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, bis ich die Idee ÔÇ×Westpaket nicht mehr loswurde! Mit einem Paket voller ÔÇ×Sch├Ątze (Liebe Leser ÔÇô erinnert Ihr Euch?!) traf ich vor der Klasse 4a ein, wurde vor die Tafel platziert und durfte von meinen Kindheitserinnerungen sprechen: vom Abholen der Westpakete in der muffigen Post; vom Nichtverstehen, dass es ganz zerfleddert, ge├Âffnet, durchgew├╝hlt und halb voll war und vom ÔÇ×legitimen Paketauspacken auf dem gro├čen K├╝chentisch, sieben Kindernasen in die ├ľffnung gesteckt, um ja was zu ergatternÔÇŽ und von der echten Freude dar├╝ber, dass unsere Freunde ÔÇ×dr├╝ben einfach so in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden an uns dachten. Die Kinder, die aufmerksam zugeh├Ârt hatten, waren aufgew├╝hlt wegen der Grenzer & Z├Âllner, hatten Fragen, wollten reden. Nun kam aber erstmal der praktische Teil der geschichtstr├Ąchtigen Stunde dran. Das ÔÇ×Westpaket wurde vor aller Augen vorne erstmal ÔÇ×vorgestellt und als etwas sehr Besonderes, Seltenes und Wertvolles ausgelegt. Die Kinder erfuhren auch, dass viele Menschen niemals ein P├Ąckchen erhielten und dass es nicht alle Tage vorkam, dass man sich so freuen durfte! Zum Vorschein kamen also Kaffee, Schokolade, Seife, Zahnpasta, ein Micky Mouse-T-Shirt und Kaugummi! Die Klasse wurde in 5 Gruppen geteilt und jeweils 5 Kinder stellten die ÔÇ×West-Familie , den ÔÇ×Weg zur Grenze , die ÔÇ×Grenzer/Z├Âllner , den ÔÇ×Weg von der Grenze und die ÔÇ×Ost-Familie dar. Der ganze Klassenraum war nun West- und Ost-Deutschland mit einer Tischreihe als Grenze dazwischen. Die Kinder ÔÇ×Westfamilie schl├╝pften sofort in ihre Rollen und packten gewissenhaft und sorgf├Ąltig ihr Paket und gaben es an die Kinder ÔÇ×Weg zur Grenze weiter. Diese reichten es durch bis zu den grimmigen und gierigen Z├Âllnern, die sich diebisch die H├Ąnde rieben, das Paket ausrissen und den Kaffee, die Schokolade und die H├Ąlfte der Kaugummis entwendeten. Das Paket fand nun den ÔÇ×Weg von der Grenze durch 5 weitere Kinderh├Ąnde bis in die ÔÇ×DDR zu den Kindern ÔÇ×Ostfamilie . Diese jubelten ├╝ber ihr schon durchsuchtes Westpaket, freuten sich ├╝ber alles, was an der Grenze noch drinnen gelassen wurde und teilten den Inhalt untereinander! Mit der Lehrerin (die aus dem Westen stammt) stand ich als stille Beobachterin am Rand. Und war, wie sie, echt platt und irgendwie ger├╝hrt, wie die Kinder v├Âllig selbstst├Ąndig, ohne gro├če Regieanweisung und mit der ihnen gegebenen Intuition und Empathie sich auf dieses ÔÇ×Geschehen einlassen konnten. Als Erinnerung an diese Stunde dr├╝ckte ich allen einen Alu-Ostpfennig in die Hand und machte mich total erf├╝llt, wegen des positiven Feedbacks, auf den Weg nach Hause. Suse Radig, Berlin-Pankow ...