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Laschets Kabinett Der ├ťberraschung

... Da er f├╝r die ├╝berraschende Wahlniederlage von J├╝rgen R├╝ttgers mitverantwortlich gemacht wurde, zog er sich zun├Ąchst aus der ersten Reihe der NRW-CDU zur├╝ck. Mit der Berufung zum Verkehrsminister hat ihn Laschet nun voll rehabilitiert ÔÇô und einen scharfz├╝ngigen Parteikenner in die Kabinettsdisziplin eingebunden. W├╝st gilt als durchsetzungsstark, sein Haus ist ├╝bersichtlich, nachdem das Bauressort abgezogen wurde. Der neue Chef steht vor der Herkulesaufgabe, Stra├čen und Schienen auf Vordermann zu bringen, hat daf├╝r allerdings 1,3 Millia ...

Laschets Kabinett Der ├ťberraschung

verraten. Die J├╝nger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. Einer von den J├╝ngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zur├╝ck an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Letztes Abendmahl Lamm Die Szene ist aber noch in anderer Hinsicht interessant; und damit meine ich nicht die im gnostischen Judasevangelium entschieden bejahte Frage, ob Jesus dem Judas den Auftrag erteilt habe, ihn an die R├Âmer zu verraten. Denn implizit erkl├Ąrt das Evangelium auch, wie das Passahlamm verzehrt wurde: offenbar als Geschnetzeltes in einer Sch├╝ssel; Teile von unges├Ąuerten Matzenbroten dienten gleichsam als Besteck, mit dem ein Fleischst├╝ck ergriffen und zum Mund gef├╝hrt werden konnte. Man soll nicht allein essen. Entsprechend sah Derrida das Gesetz unendlicher Gastfreundschaft als Grundregel des guten Essens. So hat auch Pasolini das letzte Abendmahl in Il Vangelo secondo Matteo (1964) gefilmt. Die J├╝nger sitzen um den Tisch, nicht aufgereiht an einer langen Tafel; sie essen Brot- und Fleischst├╝cke mit den Fingern, ernst, aber nicht feierlich. Die Tischgesellschaft entsteht aus der Verteidigung der Frau, die das Haar Jesu ein├Âlt, danach durch die Adressierung des Mannes, der den Gastgeber ausliefern werde, im Echo der Stimmen Sono io? , zuletzt durch ...


Frankfurter Allgemeine Zeitung

... Millionen Deutsche in irgendeiner Form wegen ├ťbergewichts behandeln, ein Plus von circa 14 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006. Mehr als die H├Ąlfte der Erwachsenen in Deutschland ist ├╝bergewichtig, fast ein Viertel sogar krankhaft ÔÇô das, was Mediziner als ÔÇ×adip├Âs bezeichnen. Bei Kindern und Jugendlichen sind rund 15 Prozent ├╝bergewichtig, sechs Prozent adip├Âs. Tendenz steigend. Laut der Statistikbeh├Ârde Eurostat sind die Deutschen damit dicker als der EU-B├╝rger im Durchschnitt. Aber in Deutschland werden im Mittel weniger gewichtsreduzierende Operationen durchgef ...

Frankfurter Allgemeine Zeitung

die Teilung des Brotes und die Weiterreichung des Weinbechers: mein K├Ârper, mein Blut. W├Ąhrend die J├╝nger trinken, wird mehrmals das gl├╝cklich l├Ąchelnde Gesicht Jesu eingeblendet; seine Vereinigung mit der Runde ist offenbar gelungen. Sichtbar bleibt dennoch, wie schwer es wohl war, die historisch und theologisch ├╝berdeterminierte Szene in eine filmische Bildsprache zu ├╝bertragen. Pasolini hat das sakrale Gewicht ganz auf die Musik verschoben; so entstand eine Spannung zwischen dem Essen und seiner kultischen Bedeutung. Denn dieses letzte Abendmahl, von dem die Evangelien berichten, war ein kultisches Festessen, lange vor seiner Sakramentalisierung in der christlichen Eucharistie. Charakteristisch f├╝r ein solches Kultmahl war das Tieropfer. Dieses musste verschiedenen Regeln folgen. In den athenischen Buphonien etwa, den Stieropfern, sollte das Einverst├Ąndnis des Stiers mit seiner Opferung erwirkt werden. Nach Gebet und Gesang wird er get├Âtet, das Herz verbrannt, die Haut und die linke Schultersehne zur Bespannung des Tympanons gewonnen. Danach musste sich der Opferpriester vor dem abgetrennten Sch├Ądel verneigen und sprechen: Diese Tat ÔÇô alle G├Âtter haben sie vollbracht; nicht ich habe sie vollbracht. Mitunter wurde ihm gar untersagt, vom Opferfleisch zu essen. Nicht weniger wichtig als die Opferregeln war das Gebot, das Mahl zu teilen, ein gemeinsames Geben und Nehmen des Essens zu praktizieren. Man soll nicht allein essen. Entsprechend sah Derrida das Gesetz unendlicher Gastfreundschaft als Grundregel des guten Essens. Fleisch als ...


Brot Oder Br├Âtchen

... Bundesverbands Deutscher Ern├Ąhrungsmediziner. Genau wie beim Brot, gibt es auch bei Br├Âtchen diverse Sorten. Gesundheitlich hochwertigere, sowie auch weniger gesunde Varianten. Wenn man sie vertr├Ągt, sollte man auf jeden Fall Vollkornbr├Âtchen oder Vollkornbrot Wei├čmehlprodukten vorziehen. In Vollkornwaren stecken mehr N├Ąhrstoffe und zudem viele langkettige Kohlenhydrate. In der Bev├Âlkerung gibt es eine allgemeine und unberechtigte Angst vor Kohlenhydraten. Die guten, also die langkettigen, machen nicht automatisch dick, sondern k├Ânnen sogar ├ťbergewicht verhindern, weil sie ...

Brot Oder Br├Âtchen

g├Âttliches Privileg Von Anfang an zielte das kultische Essen auf den Verzehr von Fleisch, das selten aufgetischt wurde. Fleisch war in allen Agrarkulturen ein knappes Gut. Denn in einer Agrargesellschaft waren Tiere niemals bloss Produkte, sondern stets auch Akteure, arbeitende Wesen wie die Menschen selbst. Schon den detaillierten sumerischen Keilschrifttafeln zur Buchf├╝hrung ├╝ber die Viehzucht l├Ąsst sich entnehmen, dass die Rinderhaltung in erster Linie der Aufzucht von Ochsen f├╝r das Ziehen der Pfl├╝ge diente. Dagegen war die Produktion von Milch und Milchprodukten wie Fett und K├Ąse weniger wichtig, und noch viel unbedeutender waren Fleischlieferungen f├╝r die Priesterschaft, f├╝r Staatsbeamte oder f├╝r kultische Zwecke. Wer erh├Ąlt die besten St├╝cke? Brust oder Keule? Lende oder Rippchen? Wer muss sich mit Innereien begn├╝gen? Der Fleischverzehr galt geradezu als ein g├Âttliches Privileg. Darin besteht die Pointe der biblischen Erz├Ąhlung vom Streit zwischen Kain und Abel. Kain verbrennt Getreide, Abel ein Lamm, doch Gott f├Ąllt es nicht schwer, sich f├╝r das Fleisch zu entscheiden. Die G├Âtter zahlreicher Agrarkulturen waren und sind fleischfressende Wesen. Gelegentlich werden sie um ihren Anteil betrogen, und manchmal m├╝ssen sie sich mit dem blossen Geruch des Fleisches begn├╝gen. Aber selten k├Ânnen sie mit pflanzlicher Nahrung allein zufriedengestellt werden. Karl Meuli hat behauptet, das Tieropfer sei als kultische Regulation von Fleischmahlzeiten eingef├╝hrt worden. Auch Walter Burkert hat mehrfach festgestellt, f├╝r Juden wie f├╝r ...


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... Trend Von schulterlangen Quasten, ├╝ber glitzernde Strasssteinchen bis zu Oversize-Kreolen, Ohrringe setzen jetzt ein zauberhaftes┬áStatement, egal ob im B├╝ro oder zum Feierabend-Drink.┬áEs ist sozusagen ein Update im Expresstempo, das deinem Outfit sofort an Chic verleiht. Doch es muss nicht immer opulent sein: Die XXL-Klunker setzen auch zu l├Ąssigen Looks in Jeans und Sneaker ┬áeinen tolle Kontrast.┬á Und nicht nur die Streetstyle-Stars haben sich in die luxuri├Âsen Statement-Accessoires verliebt. Auch Labels wie ┬áJ.W. Anderson oder Versus Versace┬áfolgen dem ÔÇ×Earcatcher - ...

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Griechen habe gegolten, dass das Tieropfer aufs Essen zielt : Opfern heisst einen Festbraten zur Verf├╝gung stellen. G├Âtterfeste sind die wichtigsten Gelegenheiten, ├╝berhaupt Fleisch zu essen. Opfern als Fleischverteilung: Die Argumentation klingt plausibel; sie verr├Ąt jedoch auch den Widerspruch, in den das kultische Fleischessen mit dem Gebot des Teilens, dem Gesetz unendlicher Gastfreundschaft , zu geraten droht. Die Fleischteilung ist stets kompliziert: Wer erh├Ąlt die besten St├╝cke? Brust oder Keule? Lende oder Rippchen? Wer muss sich mit Innereien begn├╝gen? Und wer wird ÔÇô wie im Prometheus-Mythos ÔÇô mit Knochen und Fett betrogen? Die Griechen haben das Problem im Geiste der Isonomie , der demokratischen Reformen des Kleisthenes von Athen, geradezu mathematisch zu l├Âsen versucht. Und so wie sich Landbesitz oder Zugeh├Ârigkeit zu einer Phyle ordnen lassen, so k├Ânnte auch das Fleisch geteilt werden, ohne dass dabei zu viele St├╝cke weggeworfen werden m├╝ssen. Was dabei herauskommt, kennen wir alle: eine Art von Ossobuco, bei dem etwa eine Kalbshaxe in vier Zentimeter dicke Scheiben geschnitten, in Mehl gewendet und langsam geschmort wird. Eine ganz andere L├Âsung wurde im Zuge der Ausbreitung der christlichen Religion propagiert: die Aufwertung des Brotes zum Hauptstoff des kultischen Essens. Schon bei den Schilderungen des letzten Abendmahls ist vom Fleisch gar keine Rede mehr, sondern vom Brot, das geteilt und zum Leib Christi erhoben wird. Brot ist das bessere Fleisch, weil es viel leichter und gerechter geteilt werden kann. Auf ...


Sie Liebt Meine Seele, Aber Hasst Meinen K├Ârper

... Sie finden weitere Informationen zur K├Ârpergesundheit, dem Thema Anti Aging sowie Methoden gegen Cellulite auch unter www.art-of-beauty.com . Verfasser: Art of Beauty e. K. Eine wahre Erfolgsgeschichte - 1896 Gr├╝ndung der Medizinal-Drogerie und ├ärztebedarfhandel - 1911 Gro├čhandel mit Krankenhausbedarf und Lieferung an ├ärzte und Bader - 1932 Ausbau um eine Farbenfabrikation f├╝r Handel und Landwirtschaft - 1952 Herstellung und Vertrieb von Kosmetikartikeln sowie Parfums - 1996 Gr├╝ndung eines Unternehmens f├╝r den Vertrieb von medizintechnische ...

Sie Liebt Meine Seele, Aber Hasst Meinen K├Ârper

diesen Zusammenhang verweisen die etymologischen Wurzeln der W├Ârter f├╝r Freundschaft in verschiedenen Sprachen; sie beschw├Âren die Praxis des Brotteilens, sowohl im altfranz├Âsischen compain, im deutschen Kumpan als auch im englischen companion oder company. Die Tischgemeinschaft ist eine Brotgemeinschaft, keine Fleischgemeinschaft. Modernes Massenschlachten Dies hat sich seit Beginn der Industrialisierung grundlegend ver├Ąndert. Die Umstellung auf fossile Energietr├Ąger wie Kohle und Erd├Âl hat die Erfindung verschiedenster Maschinen erm├Âglicht, die alle bisherigen Nutztiere aus ihren kulturellen Kontexten verdr├Ąngt haben. Die Ochsen wurden durch Traktoren oder M├Ąhdrescher ersetzt, die Ziegen und Schafe durch die Produktion synthetischer Bekleidung. Die Kutschen wichen den Eisenbahnen und Automobilen, die Lasttiere den Kr├Ąnen und Baggern, die Brieftauben den Telefonen. Sobald die Tiere nicht mehr gebraucht wurden, konnten sie zunehmend sorglos verzehrt werden. Diese gesellschaftliche Verdr├Ąngung reduzierte die Tiere schlagartig auf eine einzige Funktion, die noch kein Lebewesen zuvor in vergleichbarer Gr├Âssenordnung erf├╝llen musste: auf die Funktion des Massenschlachtviehs. Sobald die Tiere nicht mehr gebraucht wurden, konnten sie zunehmend sorglos verzehrt werden; alle Z├╝chtungsinteressen liessen sich auf einen einzigen Nenner bringen, sobald einmal feststand, dass die Tiere nichts anderes mehr leisten sollten, als m├Âglichst rasch fett zu werden, um als bratfertige Koteletts oder Schnitzel in der Pfanne landen zu k├Ânnen. Der Schlachth ...


Der Deutsche Radsport Auf Dem Weg Der Besserung

... h├Ąlt an , sagt Kittel und Ex-Meister Emanuel Buchmann pflichtet ihm bei: Die Doping-Vergangenheit ist aufgearbeitet - es herrscht wieder mehr Vertrauen. D├╝sseldorf ist ein Meilenstein f├╝r den deutschen Radsport. Um dieses Image nicht zu gef├Ąhrden, wurde Dopings├╝nder und Tour-Sieger 1997 Jan Ullrich nicht nach D├╝sseldorf eingeladen. Es war ein steiniger Weg, das Vertrauen peu ├á peu zur├╝ck zu gewinnen. Immer wieder haben sich Martin, Kittel oder Degenkolb f├╝r einen strikten Anti-Doping-Kampf stark gemacht und sich ├Âffentlich von ihren alten ...

Der Deutsche Radsport Auf Dem Weg Der Besserung

of bildete das pr├Ązise Pendant des ├ťberflusses: einen schier unerm├╝dlichen Betrieb zur Herstellung von Fleischmahlzeiten, eine Opferungsmaschine ohne jegliches Ritual. Der Fleischkonsum wurde gleichsam s├Ąkularisiert; die Religionen gerieten gerade in ihrer Funktion als Ern├Ąhrungsregulative ÔÇô mit ihren Fastenzeiten und Fleischtabus ÔÇô langsam in gesellschaftliche Randlagen. Auch die Erfahrung der raschen Verderblichkeit des Fleisches wurde nun viel seltener gemacht: dank Konservierungsmitteln, K├╝hlanlagen und Gesetzen zur Fleischbeschau. Gerade weil Fleisch kein Luxusgut mehr darstellt und Brot nur noch als Beilage taugt, stellt sich versch├Ąrft die Frage nach der Zukunft des Essens als Kult. Erste Antworten gaben der Kolonialhandel und die beginnende Globalisierung im 19. Jahrhundert; zun├Ąchst erreichte die Entwicklung freilich bloss die Speises├Ąle an den H├Âfen und in grossb├╝rgerlichen Salons. Sp├Ątestens nach 1945 wurde jedoch die S├Ąkularisierung der Ern├Ąhrungspraxis durch eine wachsende Begeisterung f├╝r fremdes und exotisches Essen in einer breiten urbanen ├ľffentlichkeit kompensiert. Eine neue Hungerkunst? F├╝r den Genuss vieler Speisen aus fernen L├Ąndern werden ern├Ąhrungsmedizinische Gr├╝nde ins Treffen gef├╝hrt, zum Beispiel ein besonders niedriger Anteil ges├Ąttigter Fetts├Ąuren. Mit diesem Argument assoziiert sich eine zweite Topik des zeitgen├Âssischen Kult-Essens: Gesundheit und Natur. Ein Festmahl kann auch durch die Pr├Ądikate des Nat├╝rlichen ÔÇô bio oder organic ÔÇô nobilitiert werden. Fleisch von Weidetieren, die ...


Studie Des Berlin Instituts Hohes Alter Ist Oft Ein Privileg Der Reichen

... chstens eine Grundschule besucht haben. Zwar haben alle Bildungsschichten davon profitiert, dass neue Therapien und Vorbeugungskampagnen die Sterblichkeit f├╝r Herz-Kreislauf-Krankheiten massiv gesenkt haben, aber nicht in gleichem Ma├če. Die Gebildeten hatten stets h├Âhere Zugewinne an Lebenszeit. Wie kommt das? Menschen mit einem h├Âheren Bildungsabschluss haben leichter Zugang zu dem Wissen dar├╝ber, welche Verhaltensweisen der Gesundheit zutr├Ąglich sind. Sie sind eher motiviert, dieses Wissen vorbeugend umzusetzen und k├Ânnen damit im Durchschnitt Risikofaktoren ...

Studie Des Berlin Instituts Hohes Alter Ist Oft Ein Privileg Der Reichen

nicht der Massentierhaltung unterworfen wurden, gilt heute als begehrenswert, ebenso wie alle ├Âkologisch einwandfrei produzierten Lebensmittel. Die alten Opferrituale wurden inzwischen durch Entschuldungspraktiken ersetzt, die sich in Herkunftsnachweisen, Listen von Inhaltsstoffen und m├Âglichen Allergenen oder in Pr├Ądikatssiegeln f├╝r vorbildliche Tierhaltung manifestieren. Zuletzt kommt eine dritte, paradoxe Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Essens als Kult ins Spiel. Neben dem Essen des Fremden und Exotischen, dem Essen des Nat├╝rlichen und Gesunden empfiehlt sich der Verzicht auf das Essen, die Askese, das Fasten, die Di├Ąt. Fleisch und Brot werden zuerst gestrichen, danach Eier und Milchprodukte; der Kult des Essens schl├Ągt um in den Kult des verschlossenen Munds. Nicht von ungef├Ąhr: Nach Erhebungen von 2014 k├Ąmpfen heute etwa 2,1 Milliarden Menschen mit ├ťbergewicht, w├Ąhrend 850 Millionen an Unterern├Ąhrung leiden; 2010 starb eine Million Menschen an Hunger, hingegen 3 Millionen an Fettleibigkeit. Steht uns ein Kult des Nicht-Essens bevor? Ein Aufstieg neuer Hungerk├╝nstler? Das Nicht-Essen l├Ąsst sich freilich weder teilen noch geben oder feiern; das Gesetz unendlicher Gastfreundschaft w├╝rde bloss in Verweigerung und Einsamkeit erstarren. Thomas Macho, geboren 1952 in Wien, war Professor f├╝r Kulturgeschichte an der Humboldt-Universit├Ąt zu Berlin. Gegenw├Ąrtig leitet er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien. Bei dem abgedruckten Text handelt es sich um eine Kurzfassung des Referats, das er im Rahmen des NZZ-Podiums Kult des Essens in Z├╝rich hielt. ...