Kritisch Nachgefragt Zu UrsprĂŒngen, Anwendung Und Wirksamkeit



Homöopathie: Mythen und Fakten ĂŒber Globuli Wie ließen sich Hahnemanns Vorstellungen mit Viren und Bakterien als Krankheitserregern und der Ätiologie vereinbaren? Hahnemann verfĂŒgte nicht ĂŒber die Erkenntnisse der modernen Pathologie. Die Homöopathie ist aber eine phĂ€nomenologische Methode: Die Wahl des Arzneimittels wird durch beobachtbare Symptome bestimmt. Jedwede Theorie ĂŒber Krankheitsursachen ist vor diesem Hintergrund zweitrangig. Dies galt zu Hahnemanns Zeiten und gilt noch heute. Das Vorliegen von Mikroorganismen im Körper eines Patienten ist aber natĂŒrlich auch fĂŒr den modernen Homöopathen relevant. Insbesondere muss jede Therapie, die erfolgreich sein will, eine Infektion zu guter Letzt zum Verschwinden bringen, auch eine homöopathische. Der Viren- oder Bakterienbefall ist in dieser Sichtweise aber lediglich ein Symptom, das fĂŒr die Indikationsstellung sowie die Prognose und Verlaufskontrolle Informationswert besitzt. PrimĂ€r wahlanzeigend fĂŒr die Therapie ist er nicht. Eine direkte pharmakologische BekĂ€mpfung von Krankheitserregern, wie sie etwa im Rahmen einer Antibiose erfolgt, ist mit Homöopathika weder beabsichtigt noch möglich. Aus diesem Grunde ist beispielsweise eine schwere Sepsis keine Indikation fĂŒr eine alleinige homöopathische Behandlung: Die Schwere der Infektion erfordert ein rasches Beseitigen der Mikroben, weil der Körper des Patienten nicht genĂŒgend Reserven besitzt, um allein auf Basis seiner SelbstregulationsfĂ€higkeit eine Genesung herbeizufĂŒhren. UnterstĂŒtzend kann jedoch auch hier die Homöopathie eingesetzt werden, wie eine Studie des Intensivmediziners Prof. Michael Frass belegt. Ist Homöopathie Naturheilkunde? Das kommt auf die Definition an: Versteht man unter „Naturheilkunde die klassischen Naturheilverfahren Phytotherapie, Hydrotherapie, ErnĂ€hrungstherapie, Bewegungstherapie und Ordnungstherapie, lautet die Antwort Nein. Will man den Begriff „Naturheilkunde mehr oder weniger synonym mit „KomplementĂ€rmedizin verwenden, dann Ja. Meine persönliche Meinung: Aufgrund der zentralen Bedeutung der Ähnlichkeitsregel und, in zweiter Linie, wegen der Potenzierung der verwendeten Arzneimittel ist die Homöopathie eher als ein Therapiesystem sui generis zu betrachten und somit kein Teil der Naturheilkunde im engeren Sinne. Anders als die Pflanzenheilkunde ist die Homöopathie bei enger Begriffsauslegung nicht der Naturheilkunde zuzurechnen. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com) Was bedeutet Erstverschlimmerung? Das PhĂ€nomen der Erstverschlimmerung wird zuweilen bei der Gabe passender homöopathischer Arzneimittel beobachtet. Hierbei intensiviert sich die bereits vorliegende Symptomatik des Patienten zunĂ€chst, um dann rasch abzuklingen. Die nachfolgende deutliche Besserung ist neben der kurzen Dauer der anfĂ€nglichen Verschlimmerung ein definitorisches Merkmal der Erstverschlimmerung. Unterschie ...


Was Ios 11 Über Das NĂ€chste Apple-Smartphone VerrĂ€t

... Features und Funktionen zu entdecken. Allen voran ist es der Designer Tyler Hansen , der einige Änderungen in iOS 11 mit den fĂŒr das iPhone 8 vermuteten Features in Verbindung bringt. Einen deutlichen Hinweis auf das nahezu rahmenlose Display des iPhone 8 sieht Hansen in den DesignĂ€nderungen von iOS 11. Runde Elemente wie Icons oder MenĂŒ-Buttons sollen demnach ein einheitliches Bild mit dem abgerundeten Ecken des Displays ergeben. So sind die Ecken der ĂŒber 3D-Touch aufrufbaren MenĂŒs etwas stĂ€rker abgerundet und die Taschenrechner-App wurde komplett ĂŒberarbeitet. Hier sind nun ...

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den werden muss sie ebenfalls vom normalen Krankheitsverlauf. Wissenschaftliche Untersuchungen lassen darauf schließen, dass Erstverschlimmerungen im Rahmen einer homöopathischen Behandlung eher selten auftreten. Unter RĂŒckgriff auf kybernetische Modelle lĂ€sst sich die homöopathische Erstverschlimmerung leicht erklĂ€ren: Der Organismus wird hierbei als Regelkreis betrachtet, der sich in einem Fließgleichgewicht befindet. Im Krankheitsfall stört ein schĂ€dlicher Ă€ußerer oder innerer Einfluss dieses Gleichgewicht. In der Folge setzt der Körper Steuerungsmechanismen in Gang, die beabsichtigen, es wiederherzustellen. Sichtbarer Ausdruck dieser BemĂŒhungen sind die Krankheitssymptome, wie etwa Fieber , Hustenreiz oder Eiterung. GemĂ€ĂŸ der Ähnlichkeitsregel erhĂ€lt nun der Kranke eine Substanz, welche Ă€hnliche Symptome am Gesunden hervorzubringen in der Lage ist. Der Reiz der homöopathischen Arznei entspricht insofern dem Auslöser der Krankheit. Er zielt darauf ab, die Eigenregulationsbestrebungen des Organismus zu verstĂ€rken. Die bereits in Gang gebrachten Steuerungsmechanismen können so gewissermaßen heraufgeregelt werden. Die Erstverschlimmerung ist dann der augenfĂ€llige Ausdruck dieser Intensivierung. Welche PrĂŒfpotenzen legte Hahnemann bei seinen VerdĂŒnnungen der verwendeten Substanzen zugrunde? Was enthĂ€lt zum Beispiel eine „Bernsteinessenz ? Hahnemann experimentierte sowohl in der Krankenbehandlung als auch bei seinen ArzneimittelprĂŒfungen an Gesunden mit unterschiedlichen Potenzen. WĂ€hrend er in seiner FrĂŒhzeit durchaus auch Urtinkturen, also klassisch pharmakologisch wirksame Substanzen, einsetzte, empfahl er spĂ€ter die C30 als Standardpotenz fĂŒr die ArzneimittelprĂŒfung am Gesunden. Bernsteinessenz ist kein von Hahnemann geprĂŒftes homöopathisches Arzneimittel. Globuli sind ZuckerkĂŒgelchen, auf die der jeweilige homöopathische Wirkstoff aufgetragen wird. (Bild: Klaus Eppele/fotolia.com) Was sind Globuli? KĂŒgelchen aus Rohrzucker, erhĂ€ltlich in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen. In der Homöopathie werden sie als TrĂ€gerstoff benutzt: Die arzneiliche Lösung wird aufgesprĂŒht. Christiane Maute empfiehlt Globuli fĂŒr Pflanzen, um SchĂ€dlinge abzuhalten und Dagmar Neff stellt die „Homöopathie zum Aufmalen als neue Homöopathie vor. Können Sie den Wirkmechanismus von Homöopathie fĂŒr Pflanzen und zum Aufmalen erklĂ€ren? Zahlreiche Experimente aus der Grundlagenforschung zur Homöopathie belegen, dass auch pflanzliche Organismen auf hochpotenzierte Arzneimittel reagieren: In den drei Hauptgebieten Bioassays mit gesunden Pflanzen, Intoxikationsmodelle und phytopathologische Untersuchungen identifizierten Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2009-2011 insgesamt 167 experimentelle Studien, von denen 48 höheren QualitĂ€tsanforderungen genĂŒgten. In diversen Untersuchungen wurden spezifische Effekte auch von Potenzen jenseits der molek ...


Warum Werden Wir Immer Dicker

... llionen war fĂŒr unsere Vorfahren tierisches Eiweiss nicht Teil der Nahrung, da man weder Messer noch Feuer hatte. Man ist nicht hinter einem Hasen hergerannt, hat diesen gegriffen und dann hineingebissen. Unsere ZĂ€hne und unserer Darm ist nicht fĂŒr tierisches Eiweiss vorgesehen. Erst als der Mensch Messer und Feuer hatte, begann er auch gelegentlich tierischesches Eiweiss zu speisen. Nun hat der menschliche Körper aber einen tierischen Eiweissspeicher. Der nimmt die Exzesse auf, falls wir mehr als 200 g pro Tag tierisches Eiweiss verspeisen. So fĂŒllt ...


ularen Grenze beobachtet (Studie zur Homöopathie-Anwendung an gesunden Pflanzen , Homöopathie-Anwendung bei abiotisch gestressten Pflanzen und Homöopathie-Anwendung im Feldversuch ). Der systematische Einsatz solcher ultramolekularer VerdĂŒnnungen im landwirtschaftlichen Pflanzenschutz wird beispielsweise in Indien erprobt. Der Wirkmechanismus von Hochpotenzen ist bislang ungeklĂ€rt. Viele, teilweise auch unabhĂ€ngig replizierte Experimente, zum Beispiel mit NMR-Relaxationszeitmessungen (Nuclear magnetic resonance), UV-Spektroskopie und Biokristallisation deuten darauf hin, dass die WassermolekĂŒldynamik in homöopathischen Arzneimitteln gegenĂŒber der Placebokontrolle verĂ€ndert ist. Bislang unbelegt ist hingegen die Hypothese, dass ein arzneimittelspezifisches Signal in stabilen Wasserstrukturen (Clustern) gespeichert wird. Die in Frage kommenden Muster sind nur etwa im Pikosekundenbereich (10−12) stabil. Eine „Homöopathie zum Aufmalen ist mir nicht bekannt. Auch bei der SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung im Garten setzen viele Menschen auf Homöopathie. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com) Gibt es eine Kontroverse zwischen der evidenzbasierten Medizin, die auf wissenschaftlichen Nachweisen beruht, und besonderen Therapieformen wie der Homöopathie? Die GegenĂŒberstellung „Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie suggeriert ein falsches Bild der tatsĂ€chlichen Datenlage. Ich will dies am Beispiel Homöopathie verdeutlichen: Das Homeopathic Research Institute (HRI) nahm im Jahr 2014 eine Auswertung von 189 randomisierten kontrollierten klinischen Homöopathiestudien vor: 41% belegten die Wirksamkeit homöopathischer PrĂ€parate, 5% belegten deren Unwirksamkeit, und 54% der Publikationen ließen keine eindeutige Schlussfolgerung zu. Zum Vergleich: 2007 wurden 1016 Übersichtsarbeiten der renommierten Cochrane-Collaboration zur konventionellen Medizin unter die Lupe genommen: 44% belegten die Wirksamkeit der untersuchten Intervention, 7% belegten ihre SchĂ€dlichkeit, und 49% der Arbeiten berichteten, dass keine Schlussfolgerung in die ein oder andere Richtung gezogen werden könne ( Übersicht der Chochrane-Studien zur Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen ). Die Ähnlichkeit in der Verteilung positiver, negativer und neutraler Resultate fĂ€llt sofort auf. Wenn auch die Datenbasis in der Homöopathieforschung erheblich schmaler ist als in einigen Bereichen der konventionellen Medizin, so ist sie doch breit genug, um folgende Tatsachen zu konstatieren: Eine zusammenfassende Betrachtung klinischer Forschungsdaten belegt hinreichend einen therapeutischen Nutzen der homöopathischen Behandlung. Die Ergebnisse zahlreicher placebokontrollierter Studien sowie Experimente aus der Grundlagenforschung sprechen darĂŒber hinaus fĂŒr eine spezifische Wirkung potenzierter Arzneimittel. Wie hoch ist der Jahresumsatz homöopathischer Mittel in Deutschland? 2015 wurden mit veror ...


Die Insel Ägina Ist Alles Andere Als Eine Graue Maus

... Panagitsa-Kirche zu sehen. Wahrzeichen der Stadt aber ist am entgegengesetzten Ende der Hafenbucht die Kolona, die einzige aufrecht stehende SĂ€ule in einem großen archĂ€ologischen Park mit Zeugen der Besiedlung seit etwa 4000 vor Christus. Auch das ArchĂ€ologische Museum ist in diesen Park eingezogen. Erstaunt sieht der Besucher an zahlreichen Modellen, dass die antike Stadt, bewohnt seit mykenischer Zeit, meterdicke wehrhafte Mauern hatte. Der Haupttempel war Apollon geweiht. Ruhe strahlt der Innenhof des Museums aus. In der Mitte duften Rosen und ZitronenblĂŒ ...

Die Insel Ägina Ist Alles Andere Als Eine Graue Maus

dneten homöopathischen Arzneimitteln bundesweit 100 Mio. € umgesetzt (Quelle: Statista ). Im selben Jahr betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen fĂŒr Arzneimittel ĂŒberhaupt 31,84 Mrd. € (Quelle: Statista ). Somit entsprachen die Aufwendungen fĂŒr Homöopatika 0,31% der medikamentenassoziierten Gesamtausgaben. Hinzu kommen noch einmal 495 Mio. Umsatz mit nicht rezeptierten homöopathischen Mitteln, welche die Patienten vollstĂ€ndig aus eigener Tasche zahlen. Zwar erreicht der Umatz an Homöopathika jĂ€hrlich rund 100 Millionen Euro, doch entspricht dies lediglich einem Anteil von 0,31% an den Arzneimittelausgaben insgesamt. (Bild: pegbes/fotolia.com) In Bezug auf die genannten Ausgaben sollte man sich zusĂ€tzlich vor Augen halten, dass diverse Studien dokumentieren, dass sich durch den Einsatz vergleichsweise gĂŒnstiger Homöopathika die Verschreibung teilweise deutlich teurerer Medikamente offensichtlich erheblich reduzieren lĂ€sst: In Bezug auf Erkrankungen der oberen Atemwege fand die EPI3-Kohortenstudie , dass bei vergleichbaren Behandlungsergebnissen in homöopathischen Arztpraxen gegenĂŒber rein konventionellen nur etwa die HĂ€lfte an Antibiotika, EntzĂŒndungshemmern und fiebersenkenden Mitteln verschrieben wird. Dasselbe gilt fĂŒr das Gebiet der muskuloskelletalen Erkrankungen, wie etwa Rheuma: Patienten, die homöopathisch behandelt werden, benötigen fĂŒr die gleichen Therapieerfolge nur etwa die HĂ€lfte an nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B Ibuprofen), so das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2012. Auch in Bezug auf psychische Erkrankungen konnte in einer Studie aus dem Jahr 2015 demonstriert werden, dass fĂŒr Patienten, die einen homöopathischen Arzt aufsuchen, die Wahrscheinlichkeit, Psychopharmaka verordnet zu bekommen, gegenĂŒber der konventionellen Arztpraxis um den Faktor vier geringer ist. Durch den Übergebrauch von Antibiotika entstandene multiresistente Keime verursachen jĂ€hrlich eine kaum abzuschĂ€tzende Zahl an TodesfĂ€llen – laut einer Studie aus dem Jahr 2015 allein in den USA 99.000 pro Jahr. Nichtsteroidale Antirheumatika stellen die Wirkstoffgruppe dar, fĂŒr die die höchste Zahl an FĂ€llen ernster Nebenwirkungen beobachtet wird (z.B. mindestens 15.000 TodesfĂ€lle pro Jahr in den USA, siehe American Nutrition Association ). Psychopharmaka sind laut dem Direktor des Nordic Cochrane Centres, Peter Götzsche, in der Altersgruppe der ĂŒber 65-JĂ€hrigen fĂŒr ca. 500.000 TodesfĂ€lle pro Jahr in Europa und den USA verantwortlich. Diese Fakten geben zusammengenommen Grund zu der Annahme, dass sich durch den flĂ€chendeckenden Einsatz von Homöopathie ein beachtliches Einsparungspotential fĂŒr das Gesundheitssystem realisieren ließe. Denn nicht nur der Verbrauch konventioneller Arzneimittel wĂŒrde reduziert, auch die noch erheblich höheren Folgekosten durch deren Nebenwirkungen sĂ€nken. Zum Thema Kosteneffiz ...


FĂŒr Die Abwehr Von Asteroiden Fehlt Das Geld

... mit ganz grossen Brocken selten; sie haben jedoch in Form von mittlerweile weitgehend erodierten Kratern an der ErdoberflĂ€che ihre Spuren hinterlassen. Treffer in jĂŒngerer Zeit gingen vielmehr von kleineren Körpern aus. Aber auch sie können Schaden anrichten, wenn sie ĂŒber besiedeltem Gebiet niedergehen. So detonierte im Februar 2013 nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk ein etwa 20 Meter grosser Asteroid beim Eintritt in die ErdatmosphĂ€re. Obwohl niemand direkt von einem MeteoritenstĂŒck getroffen wurde, gab es zahlreiche ...

FĂŒr Die Abwehr Von Asteroiden Fehlt Das Geld

ienz der Homöopathie existiert im Übrigen eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2014 . Sie fasst die Ergebnisse aus 14 gesundheitsökonomischen Analysen zur Homöopathie mit ĂŒber 3.500 Patienten zusammen. In 8 von 14 Studien wurden Verbesserungen der gesundheitlichen Situation und Kostenersparnisse gegenĂŒber den ausschließlich konventionell behandelten Patienten dokumentiert. In 4 Studien entsprachen die Behandlungsergebnisse der konventionellen Kontrolle, und die Kosten waren gleichwertig. In zwei Studien wurden vergleichbare Therapieerfolge, aber höhere Kosten im Vergleich zur konventionellen Therapie gefunden. Welches VerhĂ€ltnis hat die Homöopathie zur Naturwissenschaft? Die Wirksamkeit ultramolekularer VerdĂŒnnungen ist sicherlich eine Anomalie, also ein PhĂ€nomen, das nicht oder nur unzureichend unter RĂŒckgriff auf gĂ€ngige Theorien und Modelle erklĂ€rbar ist. AufgeklĂ€rte und selbstkritische Wissenschaftler sehen in Anomalien Herausforderungen. Ein Erkenntnisfortschritt geht nĂ€mlich in der Regel von der Erforschung solcher Anomalien aus: Was bislang nicht in unser Bild von der Welt passte, weil unsere ErklĂ€rungsmodelle zu kurz griffen, zwingt uns, unsere Theorien zu hinterfragen. Die nachfolgende Modifikation des Begriffssystems, dessen wir uns bedienen, um die Welt verstehbar zu machen, ist der Fortschritt. Der wissenschaftlichen Geisteshaltung entgegengesetzt ist die dogmatische. Hier werden empirisch feststellbare PhĂ€nomene geleugnet, weil sie nicht unter RĂŒckgriff auf ein bestimmtes Set an liebgewonnen Theorien erklĂ€rbar sind. Die Scholastik des Mittelalters wollte nichts gelten lassen, was man nicht bei Aristoteles oder in der Bibel findet. Ähnlich halten manche Homöopathiekritiker die Wirkung von Hochpotenzen fĂŒr prinzipiell unmöglich, weil sie nicht anhand des Modells „MolekĂŒl wirkt an Zelle zu erklĂ€ren ist. Manche gehen sogar soweit, zuzugeben, dass die vorhandenen Daten aus klinischen Studien und der Grundlagenforschung zwar tendenziell fĂŒr die Homöopathie sprĂ€chen. Die Schlussfolgerung lautet fĂŒr diese „Skeptiker allerdings, dass unbekannte Fehler in den Versuchsaufbauten stecken mĂŒssten, weil eine Wirkung ohne MolekĂŒle gegen Naturgesetze verstoße (siehe ScientabilitĂ€t – ein Konzept zum Umgang der EbM mit homöopathischen Arzneimitteln ). Hier wird gleichsam der juristische Gesetzesbegriff unzulĂ€ssigerweise auf die Naturwissenschaften ĂŒbertragen: Naturgesetze schreiben nicht der Welt vor, wie sie sich verhalten darf. Sie beschreiben vielmehr allgemeine ZusammenhĂ€nge unserer Beobachtungen. Der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper postulierte als notwendiges Kriterium fĂŒr eine Theorie, die als „wissenschaftlich bezeichnet werden kann, dass es prinzipiell möglich sein muss, sie zu widerlegen. Genau dies ist nicht der Fall, wenn PhĂ€nomene zwar unter Anwendung anerkannter Verfahren festgestel ...


Das Leuchten Der Fackel

... Buch Our Revolution: A Future to Believe In . Die anderen, Donald Trump und Hillary Clinton, hatten Ă€hnliche BĂŒcher wĂ€hrend der Kampagnen herausgebracht. BĂŒcher, die Punkte im Wahlkampf bringen sollten. Bernie Sanders‘ Buch hĂ€tte das sicher auch geschafft. Aber es wĂ€re nicht nach der Art von Politik gewesen, die er im Sinn hat. So sehr Sanders fĂŒr soziale, ökonomische, kulturelle VerĂ€nderung plĂ€diert, so sehr weiß er, wie lang der Weg in Wahrheit ist. Dass es keine AbkĂŒrzungen geben kann. Vor allem keine, bei denen sich das Ziel durch ...


lt, aber dennoch nicht ernst genommen werden, weil sie nicht unter RĂŒckgriff auf bestimmte Modelle, hier die Naturgesetze, restlos herleitbar sind. Gegen welche Naturgesetze die Wirkung hochpotenzierter Arzneimittel ĂŒberhaupt verstoßen soll, ist zudem mindestens erklĂ€rungsbedĂŒrftig. Wirkungen ohne direkten MolekĂŒlkontakt beobachtet die Physik regelmĂ€ĂŸig im Falle des Elektromagnetismus, der Gravitation usw. FĂŒr diese NaturkrĂ€fte stehen eben nur ErklĂ€rungen bereit, die sie auf bereits bekannte GrĂ¶ĂŸen zurĂŒckfĂŒhren sowie mathematische Formalismen, mit Hilfe derer sich ihre Wirkungen vorhersagen lassen. Dies beides ist fĂŒr die Homöopathie noch nicht beziehungsweise nicht hinreichend der Fall. Die Ablehnung der Homöopathie ohne vorherige PrĂŒfung der zahlreichen positiven Befunde aus der klinischen und der Grundlagenforschung entspricht nicht der wissenschaftlichen Methode der Erkenntnisgewinnung. Denn hier findet eine Immunisierung gegenĂŒber der Erfahrung statt, Ă€hnlich wie im Mittelalter. Auf welchen genauen Kenntnissen der Ursachen der spezifischen Krankheiten und der Prozesse im Körper basieren Sinn und Verlauf homöopathischer Therapien? Die Homöopathie ist eine Reiz-Regulationstherapie. Ihr Ziel ist es, dem Körper einen Impuls zur Anregung der SelbstheilungskrĂ€fte zu geben. Krankheitsursachen im Sinne einer klassischen Pathologie sind fĂŒr sie nur insofern von Bedeutung, als dass sie wahlanzeigende Hinweise fĂŒr ein Ă€hnliches Arzneimittel sein können. DarĂŒber hinaus sind sie selbstverstĂ€ndlich wichtig fĂŒr die Indikationsstellung, die Prognose und die Verlaufskontrolle. Die Homöopathie orientiert sich an wahrnehmbaren Symptomen, zu denen auch Laborparameter oder diagnostische Daten aus bildgebenden Verfahren u.Ă€. zĂ€hlen können. Sie verzichtet aber fĂŒr die Arzneiwahl auf eine theoretische gestĂŒtzte Kausalbeziehung zwischen bestimmten Symptomen und deren vermeintlichen Ursachen. Hierin ist sicherlich ein großer Vorzug der Homöopathie zu sehen: Sie benötigt fĂŒr die Therapie keine Theorie der Krankheitsentstehung, sondern hĂ€lt sich an das direkt Beobachtbare. Wie entwickelte sich die heutige Homöopathie seit Hahnemann? Die SĂ€ulen der Homöopathie, 1. das Simileprinzip, 2. die ArzneimittelprĂŒfung am Gesunden und 3. das spezielle Arzneimittelherstellungsverfahren, stehen von Hahnemann bis heute mehr oder minder unverĂ€ndert da. Verschiedene Schulen der Homöopathie entwickeln in Bezug auf die oder andere dieser Grundlagen immer wieder ihre eigenen AnsĂ€tze, die mal mehr und mal weniger erfolgreich sind. Zu einer in westlichen LĂ€ndern hernach niemals wieder ĂŒbertroffenen BlĂŒte gelangte die Homöopathie in den USA auf der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Diesem Aufschwung wurde durch BemĂŒhungen der konventionellen Ärzteschaft, finanzstarker InteressenverbĂ€nde sowie der sogenannten „Skeptikerbewegung ein jĂ€hes ...


Tschetschenische Migranten Sind In Polen Nicht Willkommen

... Gefahr des Terrorismus zu bewahren, sagte er dem Privatsender TVN24. Umgang mit Vorurteilen Lehrerin Marina Hulia (rechts) und Madina Masalijewa aus Tschetschenien (links). Ihr Mann Ahmed wollte sich aus Angst vor Repressionen nicht fotografieren lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK Als im Herbst eine zierliche 50-jĂ€hrige Frau mit blonden Haaren auf dem Bahnhof von Brest auftaucht, nimmt das Schicksal vieler FlĂŒchtlinge eine Wendung. Marina Hulia ist halb Russin und halb Belarussin. Auf dem Bahnhof von ...


Ende bereitet, so das Ergebnis einer rĂŒckblickenden Analyse aus dem Jahr 1993. Voll ins Gesundheitssystem etabliert ist die Homöopathie bis heute in Indien: Die Anzahl der dort tĂ€glich behandelten Menschen dĂŒrfte ohne weiteres im Millionenbereich liegen. Global gesehen wird die Homöopathie heute in mehr als 80 LĂ€ndern eingesetzt. Drei von vier EuropĂ€ern haben schon einmal von der Homöopathie gehört, und etwa ein Drittel setzt sie selbst ein. Hierbei ist die Homöopathie das am hĂ€ufigsten eingesetzte komplementĂ€re Therapieverfahren fĂŒr Kinder ĂŒberhaupt. In Deutschland haben laut einer reprĂ€sentativen Umfrage des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach 60% der Bevölkerung schon einmal selbst homöopathische Arzneimittel eingenommen, Tendenz steigend. Vielfach wird der Homöopathie ein Mangel an wissenschaftlichen Belegen vorgeworfen, doch haben zahlreiche Studien eine Wirkung deutlich ĂŒber dem Placebo-Effekt nachgewiesen. (Bild: Sonja Birkelbach/fotolia.com) Welche Metastudien der letzten Jahre gibt es, die eine große Menge an einzelnen Homöopathiestudien auswerteten, und zu welchen Ergebnissen kamen die? Aktuell existieren 5 indikationsunabhĂ€ngige systematische Übersichtsarbeiten placebokontrollierter Homöopathiestudien mit statistischer Berechnung (Meta-Analyse) die einen Zeitraum von 1991 – 2014 abdecken: Vier dieser Arbeiten ( Klinische Anwendung der Homöopathie , Sind die klinischen Effekte der Homöopathie Placebo-Effekte? , Nachweis der klinischen Wirksamkeit der Homöopathie , Randomisierte placebokontrollierte Studien zur individualisierten homöopathischen Behandlung ) schlussfolgern, dass sich die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel nicht allein durch Placeboeffekte erklĂ€ren lassen. Eine Meta-Analyse schlussfolgert, dass homöopathische Arzneimittel vermutlich Placebos sind. Diese eine negative Arbeit wertete aufgrund wissenschaftlich nicht nachvollziehbarer Kriterien nur 8 von zunĂ€chst 110 eingeschlossenen Homöopathiestudien aus. Eine statistische Reanalyse förderte zutage, dass auch in dieser Publikation das Ergebnis fĂŒr die 21 klinischen PrĂŒfungen, denen eine hohe methodische QualitĂ€t bescheinigt wurde, signifikant positiv zugunsten der Homöopathie ausfiel. Großes Medienecho erfuhr eine weitere Übersichtsarbeit ohne Meta-Analyse aus 2015, die das Australian National Health and Medical Research Council (NHMRC) in Auftrag gegeben hatte. Auch im Rahmen dieser Arbeit wurden aus methodisch nicht haltbaren GrĂŒnden 171 von 176 Studien nicht ausgewertet: Die Autoren schlossen alle klinischen PrĂŒfungen mit weniger als 150 Teilnehmern als unzuverlĂ€ssig von der Analyse aus und kamen zu einem fĂŒr die Homöopathie negativen Ergebnis. Ein solches Auswahlkriterium wurde in keiner je vor oder nach dem Bericht des NHMRC publizierten medizinischen Übersichtsarbeit angewendet (Ausnahme Shang et al. 2005; s.o.), da es sich um ...


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eine methodisch nicht zu rechtfertigende beliebige Setzung handelt. TatsĂ€chlich fĂŒhrt sogar das NHMRC selbst Studien mit weniger als 150 Teilnehmern durch, weil diese Probandenzahl nichts mit der methodischen QualitĂ€t zu tun hat, so die Kritik des Homeopathy Research Institute . In der Homöopathieforschung scheint die Bewertung von Daten aufgrund der (In-)KompatibilitĂ€t mit bestimmten theoretischen Vorannahmen eine wichtige Rolle zu spielen. Dieses PhĂ€nomen wird wissenschaftstheoretisch unter dem Begriff der PlausibilitĂ€ts-Verzerrung (Plausibility-Bias) diskutiert. Der Epidemiologe Robert Hahn etwa analysierte in einer Untersuchung aus dem Jahr 2013 die Ein- und Ausschlusskriterien fĂŒr Studien im Rahmen von Meta-Analysen zur Homöopathie mit einer negativen oder indifferenten Tendenz und zeigt unter anderem anhand statistischer Überlegungen auf, dass sie wahrscheinlich nachtrĂ€glich formuliert wurden. Er vermutet, dass dieses Vorgehen ideologisch motiviert ist, was dem wissenschaftlichen Anspruch der Evidenzbasierten Medizin diametral entgegengesetzt wĂ€re. Das Sozialgesetzbuch fordert: „QualitĂ€t und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berĂŒcksichtigen. Inwieweit trifft das auf Hahnemanns Lehre und die Ableitungen heutiger Homöopathen zu? Die Daten aus klinischen Studien zur Homöopathie belegen, dass Patienten regelmĂ€ĂŸig in erheblichem Ausmaße von einer homöopathischen Behandlung profitieren. Die Effekte sind denen, die sich mit konventionellen Maßnahmen erzielen lassen, vergleichbar, gehen aber mit weniger Nebenwirkungen einher. Zudem sind viele Patienten, die die Homöopathie in Anspruch nehmen, bereits erfolglos oder mit unzureichendem Ergebnis konventionell vorbehandelt, wie eine gemeinsame Studie von Forschern der CharitĂ© – UniversitĂ€tsmedizin Berlin und der Karl und Veronica Carstens-Stiftung zeigt. QualitĂ€t und Wirksamkeit scheinen also, was die wissenschaftlichen Befunde angeht, in ausreichendem Maße gegeben zu sein. Der medizinische Fortschritt hat bis dato nicht dazu gefĂŒhrt, dass insbesondere viele chronische Erkrankungen dauerhaft geheilt oder zumindest hinreichend gelindert werden können. Gerade hier besitzt die Homöopathie den Daten aus der klinischen Forschung zufolge großes Potential. Bedauerlicherweise ist dieses vielversprechende Therapieverfahren noch viel zu wenig in das Gesundheitssystem integriert. Hier besteht dringender Nachholbedarf seitens der Politik. Interviewpartner: Homöopathie in Forschung und Lehre Karl und Veronica Carstens-Stiftung Anmerkung: Dieser Artikel ist als Fachbeitrag zu der laufenden Debatte rund um das Thema Homöopathie gedacht, in der wir sowohl Kritikern als auch BefĂŒrworten Platz fĂŒr eine Darstellung ihrer Positionen einrĂ€umen. Weitere BeitrĂ€ge zu dem Thema finden Sie hier: ...