Die Untergeher



Die Untergeher

Schwimmen können und das Überleben Die Untergeher Droht Deutschland zum Land der Nichtschwimmer zu werden? Dieses Szenario beschĂ€ftigt jetzt sogar den Bundestag. Schwimmen sollte man zumindest können, wenn man ins tiefe Wasser springt Foto: dpa Im bleichen Sommer, wenn die Winde oben / Nur in dem Laub der großen BĂ€ume sausen / Muß man in FlĂŒssen liegen oder Teichen / Wie die GewĂ€chse, worin Hechte hausen. (Bertold Brecht) BERLIN taz | So kann man es natĂŒrlich auch sehen. „Schwimmen ist Fliegen fĂŒr Schwere , hat der Slam-Poet Sebastian Rabsahl einmal gedichtet. Ein geeigneter FlugkapitĂ€n wĂ€re Achim Wiese. Sein weißes Hemd spannt ĂŒberm Bauch. Er sieht aus, als könnte er ein paar GleitflĂŒge im kĂŒhlen Wasser vertragen. Aber der 57-JĂ€hrige war schon lĂ€nger nicht im Becken. Wiese sitzt zu oft am Schreibtisch und macht Lobbyarbeit fĂŒr seinen Verein, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, DLRG. Obwohl Wiese, der Pressesprecher der Retter, kaum noch schwimmt, denkt er eigentlich immer ans Schwimmen, an SchwimmbĂ€der und an die sogenannte SchwimmfĂ€higkeit der Deutschen. Wiese trĂ€umt davon, dass ein Volk krault, taucht, gefahrlos im Wasser tollt. Alle sollen schwimmen können. Einhundert Prozent. Niemand soll untergehen. Wiese ist ein ...


Experten Beklagen Fehlerhafte Leichenschau

... Doch wenn diese Kausalkette fĂŒr die Kodierer des Dimdi nicht erkennbar ist, wird die Todesursache zur Spekulation – die Statistik verliert an Wert. „Dabei dienen die Zahlen der Todesursachenstatistik als Grundlage fĂŒr gesundheitspolitische Entscheidungen , sagt Torsten Schelhase. So lĂ€sst sich in der Todesursachenstatistik der Gesundheitsstatus einer Gesellschaft erkennen. Ende der 1960er-Jahre etwa zeichnete sich sogar die Emanzipation der Frau in der Statistik ab, sagt Schelhase. Viele Frauen begannen damals mit dem Rauchen – und starben an Lungenkrebs . Die ...

Experten Beklagen Fehlerhafte Leichenschau

Demokrat des Sich-ĂŒber-Wasser-Haltens, auch ein Idealist, denn die Deutschen können nicht mehr so wie Wiese will. Sie schwimmen schlechter. Wiese kann das belegen. Das Zahlenwerk, das er und Detlev Mohr, der VizeprĂ€sident der Lebensretter, in diesen Tagen prĂ€sentieren, ist eindrucksvoll. Mit ihren Zahlen betreiben die beiden einen Alarmismus der guten Tat. Der schrille Alarmton ist bis nach Berlin gedrungen, bis in den Bundestag. Der Sportausschuss hat Wiese, den Schweren, und Mohr, den Drahtigen, in den Sportausschuss geladen. Die Parlamentarier wollen sich anhören, warum im vergangenen Jahr 61 Kinder ertrunken sind, dreimal so viele wie im Jahr 2014, und auch, warum im letzten Sommer 64 FlĂŒchtlinge in deutschen GewĂ€ssern gestorben sind. Das ist eine, gemessen am Bevölkerungsanteil, extrem hohe Zahl von Ertrunkenen. Die FlĂŒchtlinge ĂŒberschĂ€tzen sich maßlos, sagen die FunktionĂ€re, „aus ihrer Heimat kennen sie halt diesen Badebetrieb wie in Deutschland nicht, und sie kennen auch nicht so etwas wie einen Baggersee. Da kommt plötzlich die nĂ€chste Baggerstufe, und weg sind sie. Sprung vom Beckenrand Noch prĂ€gnanter hat es Deutschlands BĂ€derchef, Berthold Schmitt, in einem Interview formuliert: „Da kommen HĂŒnen von MĂ€nnern und gehen ...


Der UnbÀndige Widerstand

... die SZ schreibt regelmĂ€ĂŸig GastbeitrĂ€ge. Deutsch von Timo Lehmann. Seine Eltern, lĂ€sst uns der Reporter wissen, befinden sich seit zehn Monaten in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglied von Fetö, der Gruppierung des Islampredigers Fettulah GĂŒlen, zu sein - ein nĂŒtzliches Akronym fĂŒr Erdoğans Regierung, kann er es doch inzwischen juristisch gegen jeden anwenden, der ihm nicht passt. Einen Prozess braucht es nicht. Was wir ebenfalls erfahren: Der Vater des Jungen war fĂŒr zwei Perioden BĂŒrgermeister der westanatolischen Kleinstadt UƟak. Zudem kandi ...

Der UnbÀndige Widerstand

zum Beckenrand. Sie sehen den Beckenboden und denken, sie könnten darin stehen, und springen rein. Zwei Sekunden spĂ€ter springen meine Mitarbeiter hinterher. Es waren nicht alle kurz vorm Ertrinken, aber sie brauchten Hilfe, um an den Beckenrand zu kommen. Freischwimmer und Bleienten Die Definition: Als „schwimmfĂ€hig gilt nach Ansicht der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) derjenige, der „den Antrieb fĂŒr das Fortbewegen erzeugen, den bremsenden Widerstand des Wassers ĂŒberwinden und gleichzeitig den zum Atmen notwendigen Auftrieb sichern kann . Mit einem „Seepferdchen gilt ein Kind demnach noch nicht als schwimmfĂ€hig, dazu mĂŒsste es das Schwimmabzeichen in Bronze haben, so die DLRG. Die Zahlen: Im Vorjahr sind in Deutschland 537 Menschen ertrunken, davon 377 in FlĂŒssen, Seen oder Teichen und 19 im Schwimmbad. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2016 können 14,5 Prozent der 5- bis 17-jĂ€hrigen Kinder und Jugendlichen nicht schwimmen. Das hĂ€ngt sehr stark von der sozialen Herkunft ab. Kinder mit beidseitigem Migrationshintergrund der Eltern weisen eine 2,4-fach erhöhte Chance auf, Nichtschwimmer zu sein. Die StĂ€dte organisieren nun oft Schwimmkurse fĂŒr FlĂŒchtlinge, aber manchmal erlaubt man sich mit ihnen ...


So Oft MĂŒssen Sie In Der Woche Joggen Gehen, Um Gewicht Zu Verlieren

... weniger Gewicht auf die Waage zu bringen © istockphoto Frau beim Joggen Die Experten des The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness  haben in einer Studie herausgefunden, wie viele Kilometer man in der Woche joggen sollte, damit sich eine deutliche GewichtsverĂ€nderung bemerkbar macht. Dazu befragten sie 538 LĂ€ufer, die gerade erst mit dem Lauftraining begonnen haben, nach ihrer ErnĂ€hrung und den GrĂŒnden, weshalb sie mit dem Laufen anfangen möchten. Anschließend wurde der Körperfettanteil gemessen und die LĂ€ufer wurden mit GPS-Sendern ausgestattet, um ...


auch einen derben Spaß wie ein paar Mitglieder des Vereins der Bundespressekonferenz, der den Bundespresseball organisiert. „Neue Schwimmkurse im Mittelmeer fĂŒr FlĂŒchtlinge, festhalten an Treibgut, tauchen bei hohem Wellengang, springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und KĂ€lte ; diese Kurse biete angeblich eine „Bundesbade-Agentur an, war auf BroschĂŒren zu lesen, die beim Presseball verteilt worden waren. Eine Satire, sicherlich, aber das Schwimmenkönnen ist nicht nur bei riskanten Transfers ĂŒbers Mittelmeer von Vorteil, es ist auch eine nicht unwichtige Integrationsleistung. Und zwar eine, die mitunter ĂŒber Leben oder Tod entscheiden kann. Nichtschwimmer tragen in den hoch entwickelten LĂ€ndern Europas ohnehin ein soziales Stigma, sie leiden, wenn man so will, an einem Analphabetismus des Körpers: Die einen schwimmen, die anderen kommen ins Schwimmen. Aber Schwimmen kann noch mehr sein, viel mehr als nur reine Bewegung und ein motorischer Algorithmus. FĂŒr den britischen Dichter Lord Byron war es eine ebenso wichtige Körpererfahrung wie die SexualitĂ€t. Schwimmen gehört also auch zum Erwachsenwerden dazu wie die Abnabelung von den Eltern. Wer es nicht kann, fĂŒhlt sich zeitlebens unvollkommen, ist nicht selten gezwu ...


Netzwerken FĂŒr Den Kinderschutz

... gereisten unbegleiteten minderjĂ€hrigen FlĂŒchtlinge zurĂŒckzufĂŒhren, sagte eine Ministeriumssprecherin. Aber auch unabhĂ€ngig davon sei in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Inobhutnahmen zu verzeichnen. „Die meisten Inobhutnahmen - abgesehen von denen unbegleiteter minderjĂ€hriger AuslĂ€nder - gehen mit Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils einher. HĂ€ufig gingen VernachlĂ€ssigungen und Misshandlungen voraus. „Befördert werden können familiĂ€re Eskalationen auch durch ...

Netzwerken FĂŒr Den Kinderschutz

ngen, diesen Makel mit blöden Ausreden zu kaschieren. Tiefes Wasser meiden Darunter leiden viele. Wiese und Mohr sagen, dass fast die HĂ€lfte der Deutschen nicht richtig schwimmen kann, das heißt sie sind entweder Nichtschwimmer oder unsichere Schwimmer. Das hat jetzt eine Forsa-Umfrage ergeben. Jeder Zweite sollte also eher nicht ins tiefe Wasser gehen, ist das nicht ein bisschen ĂŒbertrieben? FĂŒr den Dichter Lord Byron war Schwimmen eine so wichtige Körpererfahrung wie die SexualitĂ€t „Nein , sagt Wiese, „die Zahlen stimmen. Die Deutschen, ein Volk von Untergehern? 2004 stand es noch ein bisschen besser um die Deutschen, wenn man einer Umfrage von Emnid Glauben schenkt. Da waren es nur 23 Prozent der Bevölkerung, die wie bleierne Enten schwammen. Aber es war jetzt eher die hohe Zahl der schwimmfaulen Kinder, die medial großes Aufsehen erregte. Die HĂ€lfte der 10-jĂ€hrigen Kinder sind Nichtschwimmer, lautet der traurige Befund, den Wiese und Mohr in ihrer PrĂ€sentation vor den Bundestagsabgeordneten mit der dystopischen Frage garnieren: „Droht Deutschland ein Land der Nichtschwimmer zu werden? „Es geht zumindest langsam aber stetig bergab , findet Detlev Mohr, der im Gegensatz zu Wiese noch relativ viel schwimmt und in der Ostsee ...


Untalentiert Am Steuer Fahrschule Auf Die Harte Tour

... erven , wie er stets wiederholte. Ich hockte verkrampft hinterm Steuer und versuchte mich im GetĂŒmmel aus Straßenschildern, Kreuzungen, Ampeln und anderen Fahrzeugen zurechtzufinden. Mario hockte verkrampft auf dem Beifahrersitz, starrte angestrengt durch die Windschutzscheibe, trank dann und wann einen großen Schluck Cola und ließ einen resignierten Seufzer hören. Manchmal stritten wir schon wie ein Ehepaar. Er hielt mich fĂŒr eine Fahr-Katastrophe, ich fĂŒhlte mich missverstanden. So fuhren Mario und ich durch Königstein, Oberur ...

Untalentiert Am Steuer Fahrschule Auf Die Harte Tour

sogar nach Schiffswracks schnorchelt. „Es muss etwas getan werden, damit der Trend gestoppt wird. Das ist schwierig, wenn allein zwischen Juli 2007 und September 2015 sage und schreibe 371 BĂ€der in Deutschland geschlossen wurden und in den SchwimmbĂ€dern, die noch auf haben, der Sanierungsbedarf hoch ist. Die Schuldfrage In lĂ€ndlichen Regionen ist oft nur ein Spaßbad in der NĂ€he. Dort wird nicht geschwommen, sondern nur geplanscht. Und auch die Schulen schieben die Verantwortung fĂŒrs Schwimmenlernen immer mehr an die Eltern ab. Die DLRG-FunktionĂ€re winden sich zwar etwas, aber sie finden schon, dass es sich hier um ein Versagen der deutschen Bildungspolitiker handelt. taz.am wochenende Am liebsten wĂŒrde Alina Lanisch ihre Mutter niemals wiedersehen, zu oft wurde sie verletzt. Ihre Mutter ist manisch-depressiv. In der taz.am wochenende vom 24./25. Juni schreibt sie ĂŒber die Hilflosigkeit einer Tochter, die nie eine Tochter sein konnte. Außerdem: Ein Ex-SED-FunktionĂ€r gibt sich als jordanischer Honorarkonsul aus und lebt viele Jahre in einem Schloss. Und: Neil Harbisson ist der erste anerkannte Cyborg der Welt. Im GesprĂ€ch erzĂ€hlt der Brite, wie der Himmel klingt. Am Kiosk, eKiosk oder im praktischen Wochenendabo . So ein Versagen ...


Gewinnerin Alex Bricht Alle Rekorde

... Und nicht nur das: Die Erzieherin aus Wiesbaden sicherte sich auch den Abnehm-Rekord der SAT.1-Sendung, indem sie ganze 50,2 Kilogramm weniger auf der Waage hat als noch zu Beginn der Show. Gestartet hatte sie im September 2016 mit einem Gewicht von 103,5 Kilogramm. © SAT.1/Stephan Pick Abnehm-Erfolg dank eiserner Disziplin Ihr Fitness-Coach war sich schon im Vorfeld des Finales klar, dass Alex die Gewinnerin sein wĂŒrde: Sie hat so hart gekĂ€mpft. Ich habe noch nie mit jemandem gearbeitet, der so diszipliniert war. Als die 33-JĂ€hrige schließlich in ...

Gewinnerin Alex Bricht Alle Rekorde

will sich Linken-Politiker Jan Korte offenbar nicht vorwerfen lassen, weswegen seine Fraktion am vergangenen Mittwoch kurzfristig eine Aktuelle Stunde „zu den Auswirkungen von Privatisierungen und Schwimmbadschließungen im Plenum des Bundestages beantragt hat. Die Sitzung des Sportausschusses muss deswegen unterbrochen werden, weil beides gleichzeitig nicht erlaubt ist: Ausschusssitzung und sportive Parlamentsdebatte. FĂŒr Wiese und Mohr, die Schwimmlobbyisten, ist das ein großer Erfolg. Jetzt wird nicht nur im Sportausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit das Thema „SchwimmfĂ€higkeit besprochen, sondern auch auf der großen parlamentarischen BĂŒhne. Den Regierungsparteien schmeckt diese Aktuelle Stunde nicht. Die paar HinterbĂ€nkler, die sich zum Thema Ă€ußern mĂŒssen, finden dieses Schwimmgedöns irgendwie zu popelig, zu klein fĂŒr den großen parlamentarischen Alltag. Josef Rief von der CDU will das Thema erst mal von der wirtschaftsliberalen Seite angehen: „Wir brauchen Wachstum, um diese Probleme zu lösen, wir kommen nicht mit TrockenĂŒbungen im Bundestag weiter. Er erfreut die Zuhörer mit der bahnbrechenden Erkenntnis, dass „Technik und Kondition fĂŒr das Schwimmen essentiell seien. Oha. Vereinfachung von Zusammenh ...


Bryan Cranston Zweifelte An Breaking Bad

... nicht Schauspieler werden, sondern Polizist - bis ein hĂŒbsches MĂ€dchen dazwischen kam: Ich war 19 und im zweiten Jahr an der Uni und wollte mal in den Schauspielkurs reinschnuppern, um zu sehen, was die da so machen. Der Dozent verteilte Zettel mit kleinen SpielĂŒbungen, die wir jeweils zu zweit vorfĂŒhren sollten. Und zufĂ€lligerweise stand neben mir dieses wunderschöne MĂ€dchen. Wir bekamen einen Zettel auf dem stand: Ein Paar macht auf einer Parkbank miteinander herum. Es war also mein Job, ja es war meine ...

Bryan Cranston Zweifelte An Breaking Bad

Ă€ngen Erich Irlstorfer (CSU) wirft Jan Korte eine „gewisse Verteufelung vor. Wen oder was er damit genau meint, bleibt unklar. Ja, sogar die GrĂŒnen-Politikerin Britta Haßelmann gibt Korte und den Schwimmfreunden von den Linken eine mit: „Das nervt mich, mit welch platter Art das hier aufgemacht wird. Ihr geht wohl die parteipolitische Instrumentalisierung gegen den Strich und auch die Vereinfachung von KausalzusammenhĂ€ngen. „Mehr SchwimmbĂ€der fĂŒhren nicht automatisch zu mehr Schwimmkompetenz , sagt denn auch Josef Rief, und Jeannine Pflugradt (SPD) rĂ€t zu mehr Privatinitiative: „Ja, es war eine nervenaufreibende Sache, meinem Sohn das Schwimmen beizubringen, ich habe so manches graue Haar verloren. Aber hat es sich auch gelohnt? Tja, auf diesem kĂŒmmerlichen Niveau bewegt sich die Debatte. Wir erfahren immerhin, dass Eckhard Pols von der CDU fĂŒnf Kinder hat, denen er allen schon vor der Grundschule das Schwimmen beigebracht hat. Respekt. „Das ist zeitraubend, aber finanziell machbar. Fazit: Liebe BĂŒrger, macht halt mal. Wer will, kriegt’s schon irgendwie hin. Oder wie der schwimmende Schriftsteller John von DĂŒffel sagt: „Ein Satz ist fĂŒrs Schwimmen immer zutreffend: Die Überwindung mag noch so groß sein, hinterher ist man entweder tot oder man fĂŒhlt sich besser. ...